20.06.2017 - 09:53

Amazon kauft Whole Foods Market

Mit eigenen Bücherläden experimentiert Amazon schon länger im stationären Handel. Im Lebensmittelhandel sorgte zuletzt das Konzept Amazon Go für Aufmerksamkeit. Nun gab das Unternehmen bekannt, Whole Foods zu kaufen.

Während die Buchhandlungen von Amazon wenig Beachtung finden und von vielen eher als Bestätigung der eigenen Multi-Channel-Strategie gesehen werden erregte der kassenlose Supermarkt Amazon Go wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Dabei ging es nicht nur um die neuen Technologien im Laden sondern auch die Frage, ob Amazon nun in den stationären Handel mit Lebensmitteln einsteigt – und somit auch offline zur Konkurrenz für Wal-Mart und Co. werde.

Der nun bekannt gegebene Kauf der Bio-Supermarktkette Whole Foods beantwortet diese Frage. Denn nach Abschluss des 13,7 Milliarden Dollar Deals sollen alle Whole Foods Supermärkte in den USA weiter betrieben werden. Der Händler wolle auch in Zukunft „die höchste Qualität, Erfahrung, Bequemlichkeit und Innovation“ für seine Kunden bereithalten, so CEO John Mackey in einem Statement.

Amazon geht in die Fläche

Damit ist es also entschieden, dass Amazon bei den stationären Händlern mitspielen will – und holt sich mit Whole Foods nicht nur einen Markt, der bereits mit über 400 Filialen in der Fläche präsent ist, sondern auch dem Zeitgeist entspricht – die Produkte sind meist Bio und wenn möglich aus der Region und sprechen damit dieselbe Zielgruppe an wie Amazon selbst. Ganz besonders in den Metropolen der USA kann Amazon die Kundschaft für seine Dienste weiter ausbauen.

Gleichzeitig bringt der Kauf Vorteile für Amazon Fresh, denn das Frischesortiment, das Whole Foods anbietet, muss sich Amazon so nicht mehr mühsam selbst aufbauen. Die Märkte könnten dabei auch als Ausgangspunkte des Lieferdienstes dienen, wodurch dieser wesentlich leichter in den USA sowie Kanada und Großbritannien angeboten werden könnte, wo Whole Foods ebenfalls Märkte betreibt.

Spielwiese für neue Technologien

Neben der Erfahrung im stationären Handel, die sich Amazon so eingekauft hat, kommt zudem die Möglichkeit hinzu, neue Technologien in den Märkten auszuprobieren. Denn während Amazon Go zwar zukunftsträchtig wirkt, ist das Konzept noch lange nicht flächendeckend einsetzbar. Zudem ist der Laden nur für Amazon-Mitarbeiter zugänglich. Werden neue Technologien jedoch in einem etablierten Markt ausgebracht, kann so die Akzeptanz durch die Kunden getestet werden. Und auch die einzelnen Schritte hin zu dem, was Amazon Go einmal sein soll, können so durchexerziert werden.

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Ressort: Commerce, Firmennews
Maximilian Feigl

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