04.09.2018 - 12:30

Amazon Go wird kleiner – ein Zeichen von Schwäche?

In Seattle hat Amazon einen zweiten Amazon Go Store eröffnet. Der neue kassenlose Laden des Internet-Giganten fällt jedoch deutlich kleiner aus als das viel beachtete Debüt des Konzepts. Ist das ein Lichtblick für Konkurrenten?

Dass ein weiterer Amazon Go in Seattle entstehen soll, war schon länger bekannt, das Unternehmen bestätigte die Pläne gegenüber der Presse. Dabei hieß es zunächst, dass man erst im Herbst so weit sei. Die eigentliche Überraschung war aber nicht die damit nun vorzeitige Ladeneröffnung, sondern die Größe des Geschäfts: Gerade einmal 1.450 Square Feet (knapp 135 Quadratmeter) Fläche stehen zur Verfügung. Der erste kassenlose Laden ist mit 1.800 Square Feet (knapp 168 Quadratmeter) deutlich größer.

Geringere Fläche, kleineres Angebot

Durch die kleinere Fläche verfügt der Laden nicht nur über ein schmaleres Sortiment als sein Vorgänger. Neben den Alkoholika – die von einem Angestellten „bewacht“ werden müssen, damit Minderjährige sich nicht bedienen können – fallen auch Milch und Brot weg. Im Gegensatz zum Erstling hat er auch keine eigene Küche, in der die fertigen Mahlzeiten frisch zubereitet werden. Stattdessen sollen diese aus einer anderen Küche von Amazon zum Laden gebracht werden. Dabei soll es sich dann auch um „einfachere“ Essensgerichte handeln.

Opens external link in new windowForbes weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ein solcher „Test in Reverse“ sehr unüblich sei. Das Blatt meint damit das Verhalten, ein Minimum-Viable-Produkt wie den ersten Amazon Go Store noch einmal zu verkleinern und spekuliert, dass es einige Punkte gab, die den Kunden nicht gefallen hätten. Und auf diese würde Amazon nun im zweiten Store verzichten.

Probleme mit der Technologie?

Ein zweiter Grund für die Verkleinerung könnten Probleme mit der Subjektivität des persönlichen Einkaufens sein. Die im Store verwendeten Analysetechnologien stoßen an ihre Grenzen, etwa beim Kauf von Alkohol oder beim Aussuchen von Frische-Produkten. Tatsächlich ist der Store nicht darauf ausgelegt, dass Kunden etwas in die Hand nehmen, betrachten und wieder zurücklegen. Die verwendete Technologie hat sich zudem nicht verändert. Dies bedeutet zwar einerseits, dass Amazon keinen Bedarf für Veränderungen sieht. Andererseits zeigt dies aber auch, dass das Konzept – zumindest aktuell – nicht weiterentwickelt wird.

Medienberichten zufolge sind weitere Stores in San Francisco und Chicago geplant. Bis zum Ende des Jahres soll Amazon angeblich sechs der kassenlosen Läden betreiben wollen – allerdings gibt es hierfür keine Bestätigung seitens des Konzerns. Auch dies hält Forbes für ein Anzeichen dafür, dass das Unternehmen bei Go noch große Unsicherheiten spürt, weswegen man lieber nichts ankündigt und Spekulationen nicht kommentiert.

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Ressort: Location Based Services , Commerce
Maximilian Feigl

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