23.09.2014 - 09:42

„Vorteile von Print und Digital gleichzeitig nutzen“

Mit Digital Publishing Lösungen wie page2flip von der Wissenswerft wird Content in die digitale Welt überführt. Im Interview erklärt Geschäftsführer Tim Rademacher, warum Print nicht tot ist aber digital länger leben kann.
Tim Rademacher ist Geschäftsführer der Wissenswerft. Mit page2flip bietet sein Unternehmen Lösungen und Plug-Ins für Unternehmen, Agenturen und Entwickler, durch die Content weiter King bleiben soll.

Herr Rademacher, wenn Sie morgens Ihre Zeitung lesen, was halten Sie dabei in der Hand? Papier oder Elektronik?

Tim Rademacher: Die meiste Zeit nehme ich mein Tablet zum Zeitunglesen, nur hin wieder habe ich tatsächlich noch ein gedrucktes Exemplar in der Hand. Das liegt einfach daran, dass ich mein Tablet sowieso immer dabei habe. Außerdem ist es wesentlich handlicher als die meisten Zeitungen.

Haben gedruckte Publikationen - von der Tageszeitung bis zur Broschüre – also ausgedient?

 

Tim Rademacher: Nein. Print kommt mit einigen Vorteilen, die eine digitale Publikation nicht bieten kann. Zum Beispiel landet eine Zeitschrift, ein Katalog oder eine Broschüre nach wie vor direkt auf dem Schreibtisch der Leser. Ihr wichtigster Vorteil ist aber, dass der Leser sie fühlen und auch riechen kann. Bei der Gestaltung einer Publikation können raue Oberflächen oder Erhebungen verwendet werden. Auch Duftstoffe können eingesetzt werden, etwa zum Freirubbeln auf bestimmten Flächen. Oder denken Sie an die Probepäckchen für Parfüm und Rasierwasser in manchen Zeitschriften. Diese Besonderheiten stützen auch das Erinnerungsvermögen, wenn es darum geht, sich ins Gedächtnis zu rufen, wo man etwas Bestimmtes gelesen hat.

Welche Vorteile haben denn dann digitale Publishing-Lösungen?

Tim Rademacher: Digitale Lösungen zeichnen sich dadurch aus, dass wir sie einfach mit weiterführenden Informationen versehen können. Wir können Links zu Wikipedia hinterlegen, ebenso wie Videos und Bildergalerien einbetten oder Audiofiles hinzufügen. Zudem sind digitale Publikationen wesentlich leichter zu durchsuchen. Ein Buch muss durchgeblättert werden, während in einem PDF einfach Schlagwörter gefunden werden können. Auch können wir in einer digitalen Publikation Produkte in einen Warenkorb legen und diesen direkt mit einem Online-Shop verknüpfen.

Das bedeutet?

Tim Rademacher: Blättert ein Konsument in einem Katalog, muss er die Ware, die er sich aussucht, irgendwie noch bestellen: online, telefonisch, per Post oder sonst wie. Bei einem digitalen Abbild des Kataloges finde ich sehr schnell die Seite mit dem gewünschten Produkt und kann diese gleich in einen Warenkorb legen oder direkt kaufen. Das Suchen im Online-Shop entfällt dann genauso wie die Nutzung anderer Kanäle.

Wer kann überhaupt von solchen Lösungen profitieren?

 

Tim Rademacher: Eigentlich kann ich es allen empfehlen. Denn so lassen sich die Vorteile von Print und Digital gleichzeitig nutzen und ihre jeweiligen Nachteile lassen sich ausgleichen. Wird eine Print-Publikation digital verlängert, ist sie auch Jahre später noch online auffindbar. Das gedruckte Exemplar ist da meistens schon im Papierkorb verschwunden. Wir denken dabei nicht nur an Zeitschriften und Broschüren, sondern auch an Veröffentlichungen wie Geschäftsberichte. Bei diesen ist es höchst praktisch, wenn sich ihre Historie leicht nachverfolgen lässt.

Lenkt die digitale Aufmachung mit ihren Möglichkeiten zu Bildergalerien, Videos, Audiodateien und mehr nicht vom eigentlichen Inhalt ab?

 

Tim Rademacher: Es ist immer die persönliche Entscheidung des Lesers, ob er dieses Zusatzangebot aufruft oder nicht. Somit kann die digitale Publikation kaum überfrachtet werden, außer es handelt sich um Inhalte, die automatisch abgespielt werden. Es geht dabei letztendlich darum, ein Bedürfnis nach zusätzlichen Informationen zu befriedigen. Es handelt sich also um einen Zusatznutzen und nicht um Ablenkung.

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Ressort: Applikationen, Interviews
Maximilian Feigl

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