22.05.2018 - 12:23

Verbraucher trauen Unternehmen nicht mit ihren Daten

Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) soll unter anderem Verbrauchern mehr Kontrolle über deren Daten geben. Da stellt sich die Frage, wie weit die Kunden Unternehmen mit ihren Daten trauen. Die Antwort: nicht sehr.

Drei Viertel (75 Prozent) der Verbraucher sind über das Ausmaß der persönlichen Daten besorgt, zu denen Unternehmen Zugang haben könnten – dies besagt eine neue Opens external link in new windowStudie unter Verbrauchern und Unternehmen im Auftrag von Marketo, Anbieter von Engagement-Marketing-Software und -Lösungen. Weniger als die Hälfte (42 Prozent) der Verbraucher vertraut darauf, dass Unternehmen mit ihren persönlichen Daten verantwortungsbewusst umgehen. Jedoch gaben fast zwei Drittel (64 Prozent) der Verbraucher an, dass sie ihre Daten im Austausch für Rabatte und Vorteile gerne weitergeben.

Jamie Anderson, President EMEA bei Marketo, sagt: „Die DSGVO-Gesetzgebung bietet Marketern eine der seltenen Möglichkeiten, Kundenbeziehungen aufzubauen, indem sie Vertrauenswürdigkeit und Klarheit demonstrieren. Die Unzufriedenheit der Verbraucher darüber, wie und in welchem Umfang ihre Daten verwendet werden, hat nach unseren Erkenntnissen ein Allzeithoch erreicht. Um in einer Post-DSGVO-Welt erfolgreich zu sein, müssen Marketer ihr Verständnis dafür auch in ihren Maßnahmen unter Beweis stellen, durch sinnvolle, personalisierte Kommunikation an jedem Berührungspunkt."

Zusätzlich zu ihrer Meinung zur DSGVO fragte die Studie mehr als 3.000 Verbraucher aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien, wie sie sich angesichts der anhaltenden Schlagzeilen über Datenverstöße in den letzten Jahren fühlen. Etwas mehr als drei Viertel (76 Prozent) gaben an, dass sie besorgt darüber sind, wie ihre persönlichen Daten gespeichert und verwendet werden. Und etwas weniger als drei Viertel (73 Prozent) wünschen sich regelmäßige Informationen über die personenbezogenen Daten, die von den Unternehmen gespeichert werden könnten. Zum Zeitpunkt des Abschlusses der Studie gaben jedoch nur 28 Prozent der Unternehmen an, dass sie vollständig DSGVO-konform sind, obwohl die Frist für die Umsetzung der DSGVO am 25. Mai 2018 endet.

Eine Geschichte mit zwei Seiten

Um zu verstehen, wie es in Unternehmen aussieht, hat die Studie auch 300 Unternehmen in Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich befragt und zwei unterschiedliche Ansätze zur DSGVO aufgedeckt.

Der erste Ansatz stellt Marketing an die Spitze: Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (55 Prozent) gaben an, dass sie einen „Marketing First“-Ansatz für die DSGVO verfolgen und Compliance als Chance nutzen, um durch smarteres Marketing Kunden oder Interessenten besser anzusprechen. Im zweiten Ansatz hingegen heißt es „Legal First“. Hier haben sich die restlichen 45 Prozent darauf ausgerichtet, einen juristischen Ansatz zu verfolgen. Sie tun, was sie tun müssen, um DSGVO-konform zu sein und nutzen anschließend diese Anforderungen, um daran die Marketingstrategie auszurichten.

Beim Vergleich der beiden Ansätze hat die Studie herausgefunden, dass von den „Marketing First“-Antwortgebern 34 Prozent ihre Prioritäten neu definiert haben, verglichen mit nur 13 Prozent der „Legal First“-Unternehmen. Zudem hat fast die Hälfte (49 Prozent) neue Systeme und Marketinginstrumente implementiert, verglichen mit einem Drittel (33 Prozent) derjenigen, die sich als „Legal First“ identifiziert haben. Unabhängig davon, zu welchem Lager die Befragten gehören, wird nicht davon ausgegangen, dass die DSGVO das Geschäft behindert, da 96 Prozent der Organisationen immer noch optimistisch sind, ihre Ziele bis zum Jahresende zu erreichen.

Vertrauen gering aber nicht verloren

Peter Bell, Senior Director of Marketing bei Marketo, sagte: „Unabhängig davon, auf welcher Seite Sie sitzen, sollten die ultimativen Ansatzpunkte immer Ihr Kunde sein und dass Sie sinnvolle, auf Vertrauen basierende Erfahrungen bieten. Aus dieser Studie geht hervor, dass das Vertrauen der Verbraucher gering, aber nicht unwiederbringlich verloren ist. Die DSGVO soll sicherstellen, dass Ihre Kunden mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten und deren Verwendung haben. Diejenigen Unternehmen, die dies proaktiv unterstützen und als Chance nutzen, sich besser mit den Kunden auszutauschen, werden es auch sein, die in den kommenden Jahren durch den Aufbau dauerhafter Beziehungen erfolgreich sind."

Darüber hinaus sind 40 Prozent der Unternehmen der Meinung, dass nach der DSGVO die Abhängigkeit von der Zustimmung der Kunden die größte Herausforderung für das Erreichen ihrer Marketing-Ziele sein wird. Mehr als drei Viertel der Verbraucher (79 Prozent) würden den Kontakt zu einem Unternehmen beenden, wenn ihre persönlichen Daten missbraucht würden, so die Meinung in den Unternehmen.

Zur Studie

Die Londoner Marktforschungsagentur Loudhouse befragte im Auftrag von Marketo 3.063 Verbraucher und 300 wichtige Marketingentscheider in drei Ländern (Deutschland, Großbritannien und Frankreich). Die Marketingleiter kamen aus einer Reihe von Branchen, darunter Fertigung, IT, Finanzdienstleistungen, Einzelhandel und Gesundheitswesen. Die Konsumenten wurden aus einem breiten Spektrum von Altersgruppen ausgewählt und nahezu gleichmäßig auf Männer (51 Prozent) und Frauen (49 Prozent) verteilt. Die Untersuchung wurde im April 2018 durchgeführt.

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Ressort: Marketing, Studie
Maximilian Feigl

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