22.08.2017 - 12:11

User ziehen mobile Websites der Shopping-App vor

Das Smartphone gewinnt an Relevanz für den Online-Einkauf – aber ohne Shopping-Apps. Denn sieben von zehn mobilen Online-Käufern ziehen die mobile Website der App vor. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie.

2016 haben sechs von zehn Online-Käufern via Smartphone eingekauft, dieses Jahr tun dies bereits sieben von zehn. Hiervon kaufen 17 Prozent sogar mehrmals in der Woche via Smartphone ein (2016: 11 Prozent). Der Desktop-PC bleibt allerdings Spitzenreiter beim Online-Einkauf. Zu diesem Ergebnis kommt die „Shopping-App-Studie“ von Connox, einem Online-Shop für Designmöbel und Wohnaccessoires. An der Umfrage beteiligten sich 1.936 Online-Käufer zwischen 18 und 80 Jahren.

Shopping-Apps konkurrieren mit mobiler Website

Shopping-Apps konnten sich seit letztem Jahr nicht weiter etablieren. Nur 30 Prozent der mobilen Online-Käufer ziehen die App der mobilen Website vor – etwas weniger als letztes Jahr. Hannes Früchtenicht, App-Entwickler der Connox GmbH, erklärt sich diese Entwicklung wie folgt: „Viele Anbieter haben erkannt, dass die Zukunft in der Bereitstellung von Angeboten für kompakte mobile Endgeräte liegt. Entsprechend stark haben sich mobile Webseiten in den vergangenen Jahren entwickelt. Und gerade für den Neu- und Gelegenheitskunden ist die Einstiegshürde für die mobile Website geringer als für die zugehörige App“.

Die Nutzer selber bemängeln das Einkaufserlebnis der Shopping-Apps: Darstellung und Menüführung weichen von der gewohnten mobilen Website ab und machen das Einkaufen via App in den Augen der Nutzer unnötig kompliziert. Durch die häufig reduziertere Darstellung entstehe der Eindruck, Apps böten eingeschränkte Inhalte. Die Nutzer haben demnach das Gefühl, etwas zu verpassen. Skeptisch sind vier von zehn Online-Käufern außerdem in Bezug auf die Daten, die sie durch eine Nutzung preisgäben.

Relevanz bestimmt die App-Nutzung

„Interessant wird eine Shopping-App für die sogenannten Power-Shopper. Aber auch nur dann, wenn sie einen Mehrwert gegenüber der mobilen Website bietet – indem sie dem Kunden ermöglicht, sein Ziel schneller zu erreichen, oder Funktionen bietet, die eine Website technisch nicht abbilden kann“, erklärt Hannes Früchtenicht. Die Daten scheinen seine Aussage zu bestätigen: Nach wie vor entscheiden sich Vielkäufer für eine Shopping-App – von jenen Online-Shops, in denen sie häufig einkaufen. Sie schätzen das bequeme Zugreifen auf das Sortiment des Online-Shops direkt vom Smartphone aus (64 Prozent), die schnelle, einfache Navigation (43 Prozent) und den kürzeren Einkaufsprozess (35 Prozent). Das Interesse an Shopping-Apps verteilt sich fast gleichmäßig auf alle Altersgruppen zwischen 18 und 60 Jahren, ist bei Männern jedoch nach wie vor höher als bei Frauen.

Relevanz ist auch bei der Bewerbung via Push-Nachricht gefragt. Insgesamt sind zwei von drei der befragten Shopping-App-Nutzer offen für Push-Nachrichten. Die Hälfte wünscht sich Statusberichte zur Bestellung. Außerdem ist immerhin jeder Dritte dann interessiert, wenn es darum geht, sparen zu können: Online-Shops dürfen an ablaufende Gutscheine erinnern, über aktuelle Angebote informieren und einen Geburtstagsgruß schicken – aber bitte mit Gutschein.

Mobile Payment: Nutzer lassen den Mutigen den Vortritt

33 Prozent der befragten Online-Käufer nutzen Mobile Payment – vor allem Paypal und Sofortüberweisung. Von den 67 Prozent, die bislang nicht via Smartphone bezahlen, kann sich nur jeder Vierte vorstellen, dies in Zukunft zu tun. Unter den Nicht-Nutzern gibt es viele Skeptiker. Angst vor Datenmissbrauch, Gebühren, geringe Verbreitung im Handel und mangelnde Information hält die Smartphone-Nutzer derzeit vom mobilen Bezahlen ab.

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Ressort: Applikationen, Commerce
Maximilian Feigl

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