11.08.2017 - 11:49

Unternehmen mangelt es an barrierefreien Apps

Apps und Websites öffentlicher Stellen müssen barrierefrei sein. Dafür sorgt eine EU-Richtlinie, die Ende 2016 in Kraft trat. Doch bei Unternehmen fehlen diese vereinfachten Zugänge – obwohl sie davon profitieren könnten.

Etwa 15 Prozent der Bevölkerung haben eine amtlich anerkannte Behinderung. Darüber hinaus leiden circa 10 Prozent der Deutschen unter Farbschwäche und auch der Anteil der sogenannten Best Ager steigt: Bereits 52 Prozent der Deutschen sind über 45 Jahre alt, das Alter, in dem die Altersweitsichtigkeit langsam einsetzt und die Feinmotorik nachlässt. Sie alle würden von einer barrierefreien App-Entwicklung profitieren.

Dabei geht es aber nicht um Apps, die speziell für Nutzer mit Einschränkungen entwickelt werden, sondern um alle verfügbaren Apps – sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext. Die Prinzipien des „Universellen Designs“ (europäisch: „Design für alle“) reichen von der einfachen, intuitiven Benutzung über einen niedrigen körperlichen Aufwand bis hin zu einer gewissen Fehlertoleranz bei unbeabsichtigten Aktionen.

Was "barrierefrei" bedeutet

Dr. Hubert Weid, Geschäftsführer von mobivention, sagt dazu: „Die Barrierefreiheit bei Apps beginnt mit simplen Dingen wie dem Vorlesen von integrierten Texten oder dem klaren Beschreiben und Erklären von Bildinhalten. Es erfordert aber beispielsweise auch die Einbindung von plattformspezifischen Hilfsmitteln wie UIAccessibility im Bereich iOS.“ UIAccessibility bietet Werkzeuge, mit denen beeinträchtigte Nutzer alle Funktionen einer App dank einer speziell für sie aufbereiteten Benutzeroberfläche eigenständig nutzen können. So kann eine komplexere Gestensteuerung in Kombination mit dem Hinterlegen von diversen, leicht auslesbaren Metadaten beispielweise die App-Nutzung für Menschen mit einer Sehbehinderung erleichtern.

„Unternehmen zögern oft noch, all ihre Unternehmens-Apps barrierefrei umzusetzen beziehungsweise entsprechend umzurüsten, und scheuen den damit verbundenen Mehraufwand“ , führt Weid weiter aus.“ Diesen sollten Unternehmen jedoch als Chance und Herausforderung begreifen und nicht als Hindernis. Gerade daraus entsteht ein wichtiges und durchaus emotionales Argument FÜR barrierefreie UnternehmensApps. Denn: Damit kann sich eine Marke oder ein Unternehmen klar positionieren und ermöglicht es einem großen Teil unserer Gesellschaft, gleichberechtigt teil zu haben. Gerade mit Blick auf eine älter werdende Gesellschaft und den ungebrochenen Trend zur Digitalisierung aller Lebensbereiche ist eine Investition in Barrierefreiheit über kurz oder lang unverzichtbar, um im Wettbewerb zu bestehen.“

Mobivention bietet eine Chechkliste für barrierefreie Apps, an der sich Entwickler orientieren können:

 

  • Von Anfang an Barrierefreiheit thematisieren
  • OS-spezifische Vorteile kennen und nutzen
  • Benutzerführung an individuelle Beeinträchtigungen anpassen
  • Mögliche Veränderungen durch Werkzeuge der Barrierefreiheit bedenken
  • Beeinträchtigte Nutzer als Tester
  • Ressourcen effizient bündeln

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Ressort: Applikationen, M-Development
Maximilian Feigl

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