11.04.2017 - 10:25

Text statt Sprache: Facebooks digitaler Assistenten wieder da

Sprachassistenten sind in Mode: besonders seit Alexa auf dem Markt ist, interessieren sich viele Unternehmen und Entwickler für ihre Möglichkeiten. Auch Facebook arbeitet an einem solchen Assistenten – setzt jedoch auf Text.

Der Chat-Assistent M von Facebook ist nichts komplett Neues: Opens external link in new windowbereits 2015 stellte ihn das Unternehmen vor. Damals war „Facebook M“ als persönlicher Assistent konzipiert, der fest mit dem Messenger verknüpft war. Da hier hauptsächlich Textnachrichten geschrieben werden, konzentrierte man sich bei der Entwicklung auf die Analyse von Texten und nicht auf Sprache. Durch die Entkopplung des Messengers vom sozialen Netzwerk sollte er so einen Vorteil gegenüber Systemen wie Siri oder Google Now haben. Die Tests im kleinen Kreis konnte der Assistent jedoch nie verlassen.

Nun kündigte Facebook an, „M“ flächendeckend in den USA einzuführen. Der Assistent soll – wie andere solcher Systeme eben auch – die Kommunikation des Nutzers analysieren, Fragen beantworten und Ratschläge sowie Hinweise geben können, inklusive Verknüpfung zu entsprechenden Services oder Websites. Weitere Aufgaben sollen in Zukunft folgen.

Den Chat interessanter machen

Aktuell scheint besonders die Aufwertung der Kommunikation im Vordergrund zu stehen: Opens external link in new windowVenturebeat berichtet, dass „M“ Vorschläge für Antworten unterbreitet, zum Beispiel Sticker zu senden, den aktuellen Standort zu teilen oder einen Transport via Lyft oder Uber zu organisieren. Gruppen-Diskussionen soll „M“ bei Bedarf mit einer Umfrage unter den Teilnehmern bereichern.

Das Ziel von „M“ ist dabei, von dem Verhalten des Users zu lernen und so mit der Zeit immer treffendere Vorschläge machen zu können. Aktuell gilt der Assistent jedoch noch als „Work in Progress“ – die Funktionen sind stark eingeschränkt, mit Vorschlägen halte sich das System vorerst noch dezent zurück. Mit der Zeit soll die KI aber lernen, immer mehr Aufgaben zu erledigen und bessere Antworten zu geben. Diese Lernzeit sei auch der Grund, warum man so lange Zeit nichts mehr von „M“ gehört habe. Es habe bis jetzt gedauert, bis die künstliche Intelligenz „kultiviert und genug trainiert sei um sich gut anzufühlen“ so Stan Chudnovsky, Head of Product von Facebook Messenger.

Noch im Trend – oder schon zu spät?

Mit der Veröffentlichung von „M“ scheint Facebook gerade noch den richtigen Moment erwischt zu haben. Wie die Online-Zeitschrift Opens external link in new windowDigiday analysiert, arbeiten derzeit immer mehr Agenturen daran, Services wie Alexa, Siri oder IBMs Watson mit Anwendungen zu versorgen, die die Nutzer ansprechen. Im Moment seien besonders solche Kunden stark an den Entwicklungen interessiert, die bereits eng mit Amazon verknüpft sind. Sie wollen sich die neuen Möglichkeiten von Alexa zunutze machen. Bei allen derzeitigen Projekten steht jedoch die Stimme im Mittelpunkt.

Damit steht Facebook vor der Herausforderung, das textbasierte „M“ gegen die sprachbasierten Assistenten zu platzieren, die ausgereifter wirken und weiter verbreitet sind.

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Ressort: Applikationen, Mobile
Maximilian Feigl

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