29.05.2018 - 13:08

Studie: So nutzen deutsche Verbraucher Voice Search

Die Verbreitung von digitalen Sprachassistenten schreitet voran: Einer aktuellen Studie von Yext zufolge nutzen derzeit 28 Prozent der Bundesbürger regelmäßig Sprachtools. Das Abspielen von Musik dominiert dabei die Nutzung.

Bei der Nutzung digitaler Sprachassistenten gibt es generationenübergreifend große Unterschiede, insgesamt findet die Technologie aber unter allen Altersgruppen zunehmende Verbreitung. Während 44 Prozent der 18-34-jährigen sie häufig oder zumindest manchmal verwenden, um nach Unternehmen, dem Weg, Produkten oder ähnlichen Informationen zu suchen, sind es in der Altersgruppe 55+ aktuell 19 Prozent. Die 35-54-jährigen liegen mit 26 Prozent dazwischen. Das ergibt eine Studie der Digital Knowledge Management-Experten von Yext, in deren Rahmen mehr als 1.000 deutsche Konsumenten befragt wurden.

„Die Zahlen illustrieren, wie weit der Wandel schon fortgeschritten ist. Digitale Sprachassistenten werden von Millenials zwar am häufigsten eingesetzt, aber nicht ausschließlich. Selbst in der Generation ihrer Großeltern gibt jeder Fünfte an, die Technologie zu nutzen. Wenige Jahre nach der Einführung erreicht sie also eine beeindruckende Marktdurchdringung“, sagt Michael Hartwig, Managing Partner Central Europe bei Yext. „Es ist deshalb höchste Zeit für Unternehmen, sich mit den Konsequenzen auseinanderzusetzen. Konsumenten rufen Unternehmenswebseiten immer seltener auf. Eine repräsentative Studie von Yext aus dem Jahr 2017 zeigt, dass 73 Prozent des hochrelevanten Traffics auf Drittanbieter-Plattformen stattfindet.”

Fragen an Alexa, Siri und Co.

Im Rahmen der Umfrage hat Yext die Konsumenten gefragt, wofür sie die Sprachassistenten am häufigsten einsetzen. Die Top 5 offenbart ein breites Nutzungsspektrum: So nutzen 40 Prozent die Technologie, um Musik abzuspielen, 39 Prozent stellen einfache Wissensfragen, wie etwa „Wie hoch ist der Eiffelturm?“. Das Wetter erfragen 38 Prozent, 31 Prozent nutzen die Erinnerungsfunktion ihres Sprachassistenten und 29 Personen nutzen ihn, um Personen anzurufen.

Vier weitere Nutzungsfälle sind besonders für Unternehmen interessant: 27 Prozent der Befragten lassen sich von ihrem digitalen Sprachassistenten Wegbeschreibungen geben, zum Beispiel auch zu Geschäften, Restaurants und Hotels, aber auch Banken und Versicherungen. Außerdem lassen sich 21 Prozent Informationen über Unternehmen und Produkte mitteilen, 16 Prozent wickeln ihr Onlineshopping über die Technologie ab und 13 Prozent bestellen Essen.

Next Big Thing oder Hype?

Aktuell heiß diskutiert wird die Frage, ob Marken sich jetzt schon auf Voice Search vorbereiten müssen. Yext etwa rät – im Rahmen der Studie – dass sich Unternehmen aller Branchen schnellstmöglich mit der Frage auseinandersetzen sollten, was die Technologie für sie bedeutet: “Potenzielle Kunden erfragen Öffnungszeiten, Filialadressen und weitere Angaben von Alexa, Google Assistant, Siri, Cortana & Co., “ führt Hartwig aus. „Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss mit verschiedenen Maßnahmen sicherstellen, dass die gegebenen Antworten stets korrekt sind – zum Beispiel indem er die Informationen auf seiner Website maschinenlesbar aufbereitet und seine Daten auf Drittanbieter-Plattformen wie Facebook, Gelbe Seiten, Google, Google Maps und Yelp automatisch aktualisiert.“

Es gibt aber auch andere Einschätzungen: In den nächsten 2-3 Jahren werde Voice Search hauptsächlich einfache Befehle umfassen, wie „Schalte das Licht an“ oder „Spiele Musik von Coldplay“ und einfache Suchen wie „Wie ist das Wetter in Chicago“ umfassen. Hinzu komme noch die Voice-to-Text-Funktion für die klassische Browser-Suche. „Bevor ein Unternehmen eine dedizierte Voice Search Strategie entwirft, sollte man gründlich untersuchen, ob und wie Kunden Voice für die eigene Industrie verwenden und wieviel Traffic überhaupt schon durch Voice kommt“, erklärte Josha Benner von uberal kürzlich gegenüber Opens external link in new windowGFM Nachrichten. Auch er empfiehlt den Unternehmen, sich auf die Kanäle zu konzentrieren, auf die Siri, Alexa, Cortana und Hey Google zurückgreifen. Die Optimierung von Inhalten, um Fragen wie „Wo ist die nächste Pizzeria mit 4 Sternen für glutenfreie Pizzen unter 10 US-Dollar“ sei in der nahen Zukunft aber noch kein Thema, so Benner.

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Ressort: Marketing, Location Based Services
Maximilian Feigl

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