06.06.2017 - 11:35

Digitale Assistenten unter der Lupe: Was können Alexa und Co?

Siri, Alexa, Now, Cortana – Digitale Assistenten sind derzeit in aller Munde, Unternehmen und Marken bemühen sich, die für sich zu nutzen. Doch wer von ihnen kann am meisten? Die Hochschule Aalen hat sich dieser Frage angenommen.
Vorbild Hollywood: In den "Iron Man" filmen erhält Tony Stark (Robert Downey Jr.) Unterstützung von seinem digitalen Butler J.A.R.V.I.S. Der Name steht dabei für "Just A Rather Very Intelligent System".

Zwei Wochen lang wurden Amazons Alexa, Apples Siri, Googles Now und Microsofts Cortana mit Anfragen von unterschiedlichster Komplexität in fünf verschiedenen Kategorien konfrontiert. Das Ergebnis: Je nach Anfrage haben die digitalen Assistenten unterschiedliche Stärken und Schwächen. Im Durchschnitt aller Bewertungen erzielte Alexa jedoch die besten Ergebnisse.

Fünf Fragekategorien testen unterschiedliche Assistenz-Funktionen

Im Rahmen der Studie identifizierten die Tester fünf verschiedene Anfragekategorien mit unterschiedlichen Funktionen: „Klassisch“ (generelle Hilfestellungen), „Allgemein“ (Empfehlungen), „Wissen“ (Lexikon), „Commerce“ (Kaufassistenz) und „Untypisch“ (Intelligenz). Für jede Kategorie wiederum wurden fünf bis zwölf Fragen definiert, die im Spezialisierungsgrad variierten. Die Schwierigkeit der Fragen wurde über die Häufigkeit der enthaltenen Wörter in der deutschen Sprache definiert. Für die Antworten wurden null („gar keine oder sinnlose Antwort“) bis zwei („passende Antwort“) Punkte vergeben. Die höchste Durchschnittspunktzahl in allen Anfragekategorien erzielte Alexa (Amazon), gefolgt von Now (Google) und Siri (Apple), die fast gleichauf lagen, während Cortana (Microsoft) das Schlusslicht bildete.

Jeder Assistent mit eigenem Talent

Auch in den Kategorien „Allgemein“ und „Commerce“ punktete Alexa als beste digitale Assistentin. In der Kategorie „Allgemein“ ging es dabei etwa um Fragen wie "Was muss ich heute alles tun?" oder "Welches Geburtstagsgeschenk kannst du mir für meine Frau empfehlen?". Bei Commerce ging es um Anfragen wie etwa „Was kostet das ein iPhone 6S“. Dass Amazon hier die Nase vorne hat verwundert also kaum.

Ging es hingegen um Wissensfragen, schnitt Now am erfolgreichsten ab. In dieser Kategorie ging es um gängige Fragen, wie sie auch häufig direkt in die Suchmaske von Google eingegeben werden. „Wie viele Einwohner hat eine Stadt“ etwa oder wann eine bestimmte Person gestorben ist.

Bei „untypischen“ Fragen, die vor allem den Aspekt künstliche Intelligenz testen sollten, kam Cortana auf die höchste Punktzahl, während Alexa und Siri in dieser Kategorie die Schlusslichter bildeten und kaum sinnvolle Hilfe bieten konnten. Beispiele hierfür sind etwa "Kannst du mir einen neuen Laptop empfehlen?" oder "Habe ich einen freien Tag in meinem Kalender?". Die Kategorie „Klassisch“ umfasste Fragen wie „Wird es morgen regnen?" oder "Was ergibt X mal Y?".

Vorteile durch Skills bei Alexa

Dass Alexa im Vergleich der digitalen Assistenten die Nase vorn hat, führen die Studienleiter unter anderem auf die permanent steigende Anzahl an Drittentwicklern zurück, die Applikationen – sogenannte Skills - für den Assistenten programmieren und ihn so immer schlauer machen. Einschränkungen für die Weiterentwicklung sehen sie vor allem aufgrund der Hardware, da die Alexa-Software bisher an den Lautsprecher „Echo“ gebunden ist und nicht auf Smartphones oder Tablets installiert werden kann.

Aufgrund der großen zur Verfügung stehenden Datenmengen erwarten die Studienverantwortlichen zudem, dass Google Now im Wettbewerb der digitalen Assistenten weiter aufholen wird. Siri wiederum zeichne sich besonders durch seine Vielseitigkeit, eine freundliche und humorvolle Art und den guten Umgang mit klassischen Hilfeanfragen aus. Cortana hingegen konnte oft nicht mündlich antworten und bot stattdessen eine Weiterleitung über Bing zu entsprechenden Webseiten an. Jedoch kam der Microsoft-Assistent mit manchen komplexen Anfragen zurecht, die die Fähigkeiten von Alexa, Siri und Now überstiegen.

Für die Studie haben der Digital-Dienstleister Opens external link in new windowdiva-e Digital Value Enterprise GmbH und die Hochschule Aalen, Bereich Technik und Wirtschaft, die in Deutschland erhältlichen Assistenten im Rahmen einer gemeinsamen Studie getestet. Die Ergebnisse wurden in dem Whitepaper „Siri, Google Now, Cortana, Alexa – wer ist die Schlauste im Lande“ zusammengefasst. Es kann Opens window for sending emailper E-Mail kostenlos angefordert werden.

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Ressort: Applikationen, Studie
Maximilian Feigl

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