20.02.2018 - 10:10

Künstliche Intelligenz soll Software entwickeln

„Project Turing“ soll die Entwicklung von Software durch Künstliche Intelligenz und Machine Learning umsetzen. Dazu will der Entwickler von Low-Code-Plattformen OutSystems ein neues KI-Kompetenzzentrum in Lissabon errichten.

In seinem neuen Center of Excellence will OutSystems untersuchen, wie Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) die Welt der Softwareentwicklung innerhalb des nächsten Jahrzehnts verändern können. Im Zuge des Projekts will OutSystems ein neues KI-Kompetenzzentrum in Lissabon, Portugal, errichten sowie 20 Prozent des gesamten Forschungs- und Entwicklungsbudgets einsetzen, um sich auf diese Herausforderung zu konzentrieren. Zusätzlich will das Unternehmen mit Branchenexperten, Technologievorreitern und Universitäten zusammenarbeiten, um innovative Forschungen und Neuentwicklungen im KI- und ML-Bereich voranzutreiben.

„Unser Ziel ist es, die Komplexität der Softwareentwicklung zu reduzieren und Unternehmenssoftware zu verändern“, sagt Paulo Rosado, CEO von OutSystems. „Wir sehen das Potenzial, durch KI den gesamten Softwarelebenszyklus zu transformieren. Dabei können KI-Assistenten nicht nur bei der Modellierung neuer Anwendungen mit der richtigen Architektur und den richtigen User Experiences helfen, sie können Unternehmen auch bei der Analyse des Geschäftswerts einer Software und ihrer Auswirkungen auf das Unternehmen unterstützen.“

KI verbessert die Softwareentwicklung

Auch die Analysten von Forrester denken in diese Richtung: „KI wird den Softwareentwicklungszyklus verbessern, beschleunigen und disruptiv wirken. Eine Kombination von KI-Technologien, wie etwa fortgeschrittenes Machine Learning, Deep Learning, Natural Language Processing sowie Geschäftsregeln werden sich auf alle Phasen des Software Development Life Cycles auswirken und den Entwicklern helfen, noch bessere Software noch schneller zu entwickeln.“ Der Forrester Bericht stellt zudem fest: „KI wird nicht nur Apps verbessern, so wie wir sie heute kennen – sie wird es Entwicklern ermöglichen, über Apps hinauszugehen und das Softwareerlebnis der Zukunft zu schaffen.“

Bei Gartner heißt es in einem weiteren aktuellen Forschungsbericht: „Machine Learning ermöglicht es Unternehmen, Modelle zu implementieren und zu analysieren, für die ein Mensch niemals Zeit hätte. Es hilft Unternehmen dabei, verstecke Einblicke in Bereiche zu gewinnen, die mit anderen Mitteln unmöglich zu identifizieren wären.“

Datensätze ermöglichen umfangreiche Entwicklungen

„Als der seit über einem Jahrzehnt führende Anbieter von Low-Code-Plattformen verfügen wir über einen der weltweit größten Datensätze produktiver Anwendungen“, sagt Nuno Antunes, Vice President of Engineering bei OutSystems. „Während IBM Watson beispielsweise große Mengen an medizinischen Daten aus der Mayo-Klinik nutzt, um die Gesundheit von Patienten zu verbessern, sind wir in der einzigartigen Position, KI, ML und große Datenmengen nutzen zu können, um Best Practices zu identifizieren und Experten-Assistenten zu schaffen. Für unsere Kunden wird dies in Zukunft eine signifikante Hilfe sein.“

Zunächst soll sich das neue OutSystems Center of Excellence auf drei große Projekte konzentrieren. An erster Stelle steht Entwicklung neuer KI-Assistenten zur weiteren Beschleunigung der App-Entwicklung. Durch die Bereitstellung von Best-Practice-Pattern, Komponenten und Widgets während des Anwendungsdesigns sollen KI-Assistenten die Arbeit der Entwickler effizienter machen und zu einem neuen Paradigma für die Paarprogrammierung avancieren.

Wartungskosten senken, Empfehlungen abgeben

Das zweite Projekt umfasst die Entwicklung KI-basierter Analysatoren, um die Wartungskosten für Anwendungen senken. Da sich komplexe Anwendungen vor ihrem Einsatz auf ihre Struktur hin analysieren lassen, können KI-basierte Analysatoren Probleme vorhersagen und Nutzungsmuster in Echtzeit überwachen, um Empfehlungen zur Verbesserung und Refaktorierung von Anwendungen zu geben. Zuletzt sollen KI-basierte Systeme entwickelt werden, die automatisch Empfehlungen für die Features neuer Anwendungen geben. Sie tun dies basierend auf großen Datenmengen, Fehlerberichten, Kundenfeedback, Akzeptanzraten und Geschäftsmetriken.

„Project Turing“ ist nach Alan Turing, dem Vater der theoretischen Informatik und künstlichen Intelligenz benannt. Das neue OutSystems Center of Excellence startet am 19. Februar 2018, dem 72. Jahrestag des ersten detaillierten Vorschlags von Alan Turing für einen Stored-Program-Computer.

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Ressort: Business Solutions, M-Development
Maximilian Feigl

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