06.02.2018 - 12:28

Cloud im Hafen: Rotterdam digitalisiert Hafenbetrieb

Mit 140.000 Schiffen pro Jahr ist Rotterdam der größte Hafen Europas. IoT-Technologien mit Anbindung an die Cloud sollen ihn nun digitalisieren. Profitieren sollen davon der Hafen selbst ebenso wie alle seine Nutzer.

Als größter Hafen Europas verzeichnet der Hafen Rotterdam, in dem jährlich 140.000 Schiffe abgefertigt werden, einen Güterumschlag von 461 Million Tonnen pro Jahr. Bislang nutzte man im Hafen die herkömmliche Funk- und Radarkommunikation zwischen Kapitänen, Piloten, Terminalbetreibern und Schleppern, um den Hafenbetrieb zu koordinieren. Im Zuge der eingeleiteten digitalen Transformation des Hafens werden nun auf dem 42 km langen Hafengelände von der Stadt Rotterdam bis zur Nordsee Sensoren entlang der Kaimauern, Anlegestellen und Straßen auf dem Hafengelände installiert. Diese Sensoren erfassen diverse Datenströme, einschließlich Wasser- und Wetterdaten über Gezeiten und Strömungen, Temperatur, Windgeschwindigkeit und -richtung, Wasserstände, Liegeplatzverfügbarkeit und Sichtverhältnisse.

„Schnelle und effiziente Abläufe sind für unser Geschäft unerlässlich und erfordern, dass wir alle uns zur Verfügung stehenden Daten nutzen“ so Paul Smits, Chief Innovation Officer vom Hafenbetrieb Rotterdam. „Dank Echtzeitinformationen über Infrastruktur, Wasser, Luft und viele andere Bereiche können wir den Service für alle, die den Hafen nutzen, erheblich verbessern und uns auf die Umstellung auf einen vernetzten, autonomen Schiffsverkehr vorbereiten.“

Partnerschaft mit IBM

Die Daten werden von den cloudbasierten IoT-Technologien von IBM analysiert und in Informationen umgewandelt, die der Hafen Rotterdam als Entscheidungsgrundlage heranziehen kann. Damit will der Hafenbetrieb Wartezeiten verkürzen, den optimalen Zeitpunkt für das Anlegen und Be- und Entladen von Schiffen bestimmen sowie den verfügbaren Platz besser nutzen und die Kapazität zur Abfertigung der Schiffe erhöhen.

Dank der neuen Initiative können die Hafenbetreiber außerdem sämtliche Vorgänge im Hafen synchron verfolgen und Prozesse auf diese Weise effizienter gestalten. Die Reedereien und der Hafen sind in der Lage, die Verweildauer der Schiffe im Hafen damit um bis zu einer Stunde zu verkürzen und dadurch bis zu 80.000 US-Dollar einsparen. Dadurch kann der Hafenbetrieb Rotterdam zum Beispiel anhand des Wasserstandes den optimalen Zeitpunkt für die Ein- oder Ausfahrt von Schiffen ermitteln, um unter Ausnutzung des beim Einlauf möglichen Tiefgangs das maximale Frachtvolumen zu erreichen.

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Ressort: Business Solutions, M-Enterprise
Maximilian Feigl

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