Retourenquote im E-Commerce kaum verändert

Die Forschungsgruppe Retourenmanagement der Universität hat sich zum zweiten Mal die Rückgaben im deutschen E-Commerce angesehen. Demnach wurde 2018 etwa jedes sechste Paket an den Absender zurückgeschickt. Insgesamt betraf dies damit 280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel.

Dabei hat sich Retourenquote zwar seit 2014 nicht signifikant verändert, sie differenziert aber weiter deutlich je nach Warengruppe – wie genau, ist der Mitteilung der Forschungsgruppe nicht zu entnehmen. Die Händler kosten zurückgesandte Pakete durchschnittlich 19,51 Euro (9,85 Euro Transportkosten + 9,66 Euro Bearbeitungskosten), bei reiner Betrachtung einzelner Artikel werden durchschnittlich 11,24 Euro (5,67 Euro Transportkosten + 5,57 Euro Bearbeitungskosten) fällig.

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Die Porto- und Transportkosten sehen rund 81 Prozent der Teilnehmer am „Retourentacho 2018/2019“ als einen der relevantesten Kostentreiber, für 45,5 Prozent wiegt auch der Wertverlust der Artikel schwer. Die Sichtung und Beurteilung der Artikel (33,8 Prozent) sowie die Retourenvereinnahmung/Identifikation der Artikel (30,9 Prozent) sind ebenfalls signifikante Faktoren. Insgesamt entstehen durch Retouren damit Gesamtkosten in Höhe von schätzungsweise 5,46 Mrd. Euro.

Zurück in den Verkauf

Nach der Rückgabe werden die Produkte lediglich zu knapp vier Prozent in den Müll geworfen, meist aber als A- (79 Prozent) bzw. B-Ware (13 Prozent) weiterverkauft. Einige Unternehmen verkaufen sie auch an externe industrielle Verwerter (2,1 Prozent) oder spenden sie an gemeinnützige Organisationen (0,9 Prozent).

Teilnehmer am „Retourentacho 2018/2019“ erhalten eine detaillierte Auswertung zur Situation, die Warengruppencluster-spezifische Betrachtungen enthält. Diese geht damit weniger Unternehmen als beim letzten Mal zu, da sich die Teilnehmerzahl laut der Forschungsgruppe Retourenmanagement deutlich verringerte. Trotzdem hätte man die vorhandene Datenlage durch die neuen Ergebnisse weiter verdichten können.