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Mittwoch, 15. Oktober 2008Obama entdeckt In-Game Advertising
Wer in Computerspielen vor der Realität flüchten will, wird zumindest beim Rennspiel "Burnout Paradise" derzeit von der Wirklichkeit eingeholt: Werbetafeln am Straßenrand tragen das Gesicht von Barack Obama. Zuerst wusste niemand, ob es sich um einen Photoshop-Trick oder wirklich um die Entdeckung von viralem Wahlkampf handelte.
Bereits am 6. Oktober hatte der Xbox-Spieler Dragunov765 vermeintliche "Burnout Paradise"-Screenshots mit Werbung für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama in seinem Blog veröffentlicht. Die Nachricht irrlichterte durchs Netz, drei Tage später berichtete die "New York Times" darüber. Am 13. Oktober bestätigte schließlich der Spielehersteller Electronic Arts gegenüber dem Technologie-Portal Gigaom, dass die Obama-Kampagne In-Game-Werbung geschaltet hatte. "Wie die meisten Fernseh-, Radio- und Printmedien nehmen wir Werbung von krediblen politischen Kandidaten an", erklärte die Pressesprecherin Holly Rockwood. Obamas Bemühungen sind schlüssig: Ein Drittel aller amerikanischen Haushalte besitzt eine Xbox, Playstation oder Wii. Und immerhin 36 Prozent der Gamer haben durch Werbung in Spielen schon mal ein Produkt gekauft, darüber geredet oder nach weiterer Information gesucht, berichtet das Magazin Brandweek. Mit den Gamern wird eine junge Zielgruppe erreicht, die vergleichsweise viele Nichtwähler, also Stimmenpotential, beinhaltet. Im September hatten über die "Rock the vote!"-Kampagne bereits mehr als 50.000 Gamer die Möglichkeit wahrgenommen, über die Xbox ihre Wahlunterlagen herunterzuladen. Das Wahlkampfteam von John McCain veröffentlichte mit "Pork Invaders" ein eigenes Flash-Spiel auf Facebook, das sich auch in der einfachen grafischen Qualität deutlich an den Arcade-Klassiker Space Invaders anlehnt. Ein McCain-Zeichen schießt mit Vetos auf Schweine - Symbole für "pork barrel"-Zuwendungen, also Geldgeschenke für lokale Projekte in den USA, die für die Unterstützung im Wahlkampf vom Sieger verteilt werden. Der Wahlkampf hat auch die Welt der Games erreicht. |
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