12.03.2014 - 16:57

„Wir Deutschen wollen es zu perfekt machen“

Nick Sohnemann, Founder & Managing Director von FUTURECANDY, gehört zu Europas führenden Experten im Bereich Trends und Innovationsforschung. Im Interview gibt der M-Days-Keynote-Speaker Einblicke in die Zukunft von Mobile.

Herr Sohnemann, auf Ihren Vorträgen präsentieren Sie häufig Dinge live, die vorher in Deutschland höchstens aus den Medien bekannt sind. Auf was können sich die Besucher der M-Days während Ihrer Keynote freuen?

Nick Sohnemann: Ich werde die neuste Generation der Datenbrillen im Gepäck haben. Google Glass ist ja bekannt, aber in Deutschland noch nicht so häufig live präsentiert worden. Zudem bringe ich weitere Modelle wie das Epson Moverio oder das Oculos Rift mit. Natürlich werde ich auch über Wearables sprechen. Diese sind momentan top aktuell und dürfen nicht fehlen. Alle Gadgets sind im Anschluss an den Vortrag auch beim Mobile Monday Stand zu sehen.

Das Mobile Business ist einer der Innovationsmotoren der ITK-Wirtschaft. Wohin führt uns die Reise und was ist sprichwörtlich „the next big thing“?

Nick Sohnemann: Grundsätzlich muss ich sagen: Für mich ist Mobile keine Kategorie innerhalb der ITK-Wirtschaft. Für mich ist das Mobile Business etwas völlig neues. Der „Computer in der Hosentasche“ ist DAS Gerät unserer Generation. Wir tragen den Touchpoint mit uns rum, dafür wäre man vor 10 Jahren noch belächelt worden. Aus diesem Grund stellt das Mobile Business für mich ein komplett eigenständiges Geschäftsfeld dar.

Und wie sieht die Zukunft dieses Geschäftsfeldes aus?

Nick Sohnemann: Wir werden noch mehr Devices für unterschiedliche Nutzungssituationen sehen. Bereits heute lesen die Leute ihre Zeitung Zuhause auf dem Tablet. Die E-Mails werden unterwegs auf dem Smartphone überprüft und im Büro dann der Laptop aus der Tasche geholt. Wir sind wir noch nicht am Ende der Fahnenstange, es werden weitere Endgeräte für verschiedene Einsatzzwecke entstehen. Beispielsweise sind durch Datenbrillen vielleicht bald virtuelle Welten denkbar, die selbst 360 Grad Filme ermöglichen.

Zudem entsteht gerade ein neues Ecosystem, das so genannte Mobile Affiliate‎ System. Apps bieten dabei dem Kunden Angebote aus dem stationären Handel. Der Kunde kann dann mit einem in der App dargestellten Code direkt zum Einzelhändler gehen und seinen Rabatt einlösen. Gleichzeitig gewinnt der App-Betreiber. Er wird an den Umsätzen mit einer Provision beteiligt. Das ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten und ein zukunftsweisender Trend.

Gerade im Mobile-Business hat man das Gefühl, viele der Neuerungen stammen aus Übersee. Stimmt das?

Nick Sohnemann: Das ist nur die halbe Wahrheit. Auch in Deutschland, England oder Israel existieren unglaublich dynamische Entwicklerszenen. Ich kann mir vorstellen, dass wir Deutschen es - wie so häufig - zu perfekt machen wollen. Es wird erst alles bis zum Ende durchdacht und ein Patent angemeldet, dann erst startet die Vermarktung der Idee.

Wie läuft dieser Prozess in Amerika ab?

Nick Sohnemann: Dort wird von Anfang an die Öffentlichkeit viel stärker eingebunden. Google Glass ist hierfür ein tolles Beispiel. Da wurde ein halbfertiges Produkt im Beta-Status präsentiert. Die Medien waren begeistert und schon hat Google das Thema Datenbrille für sich belegt. Dass es noch weitere Modelle gibt, die häufig sogar schon verkauft werden, nimmt dann keiner mehr wahr. Deshalb wirkt es häufig so, dass viele Innovationen aus Übersee stammen.


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Ressort: Interviews, Mobile
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