27.03.2018 - 12:27

Wie mobile Shopping-Apps das Showrooming mindern sollen

58 Prozent der Kunden schauen sich Produkte im Laden an und kaufen dann online ("Showrooming"). Shopping-Apps könnten dies einschränke, doch stationäre Einzelhändler nutzen sie nur unzureichend, so eine Studie.

In einer von Scandit in Auftrag gegebenen Umfrage wurden mehr als 1.500 Verbraucher in den USA, Großbritannien und Deutschland unter anderem nach der Nutzung von Mobilgeräten beim Einkaufen im stationären Einzelhandel gefragt. Der Umfrage zufolge nutzen mehr als 63 Prozent der Befragten ihr Smartphone zumindest gelegentlich zum Online-Shopping. Allerdings verwenden nur 45 Prozent der Befragten ihre Smartphones auch zur Unterstützung des Einkaufens in Ladengeschäften. 44 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass die Nutzung eines mobilen Geräts im Laden ihr Einkaufserlebnis verbessern könnte.

Kunden erwarten Apps von Händlern

Bei denjenigen, die ein mobiles Gerät nutzen, ist das Smartphone mit großem Abstand am beliebtesten: 83 Prozent nutzen das Handy, 14 Prozent ein Tablet und nur 3 Prozent Wearables wie Smartwatches oder Smartglasses. 54 Prozent der Befragten gaben an, dass sie erwarten, dass auch stationäre Einzelhändler eine mobile Shopping-App anbieten. Allerdings nutze derzeit die Mehrzahl der Einzelhändler die sich hier bietenden Möglichkeiten noch nicht.

Vielen Kunden (59 Prozent) ist bekannt, dass sie in einem Laden mit mobilen Geräten die Barcodes auf Artikeln scannen können. Eine entsprechende mobile Scan-App würden die Konsumenten beim Einkaufen bevorzugt für folgende Aktivitäten nutzen: 30 Prozent würden Self-Checkout durchführen, 26 Prozent würden nach Artikeln suchen und 25 Prozent würden damit auf Kundenrezensionen für bestimmte Artikel zugreifen.

Showrooming

Die Umfrage zeigt auch, in welchem Umfang Kunden das bei Einzelhändlern gefürchtete "Showrooming" – Produkt im Laden anschauen und anschließend online kaufen – betreiben: 16 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich häufig in Läden umsehen und die Produkte anschließend im Web über ein mobiles Gerät kaufen; weitere 42 Prozent gaben an, dies gelegentlich zu tun.

"Hier muss der Einzelhandel dringend aktiv werden, und seine Kunden mit eigenen Apps und einem nahtlos integrierten Web-Angebot an das eigene Unternehmen binden", erklärt Dr. Samuel Müller, CEO und Mitbegründer von Scandit in Zürich. "Showrooming ist sogar eine große Chance für Ladengeschäfte, weil es die Möglichkeit bietet, den Kunden zusätzliche Leistungen anzubieten und damit die Kundenbindung zu stärken. Voraussetzung ist eine konsistente Online-Strategie, die nicht nur die Mobilgeräte im Online-Handel abdeckt, sondern auch deren Nutzung in den eigenen Läden."


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Ressort: Studie, Commerce
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