18.06.2013 - 10:04

Wie Huawei den deutschen Markt erobern will: Interview mit Lars-Christian Weisswange

Um sich gegen die etablierte Konkurrenz durchsetzen zu können muss Huawei beweisen, dass man eine Alternative darstellt. Innovation, Qualität und der Preis sind die Pfeiler der Strategie des chinesischen Herstellers. Man will aber auch die junge Zielgruppe über Social Media-Kanäle erreichen und bemüht sich um hohe Datensicherheit. Ein Interview mit Lars-Christian Weisswange, Executive Vice President der Consumer Business Group bei Huawei Technologies.

Wie ordnet sich Huawei aktuell selbst im Smartphone-Markt ein?

Lars-Christian Weisswange: Wir sind in den Smartphone-Markt mit sehr ambitionierten Zielen eingestiegen und haben uns seit 2011 als Unternehmen präsentiert, dass das Potenzial hat stark zu wachsen. Und das ist uns auch gelungen – sowohl global als auch in Deutschland. Langfristig wollen wir in Deutschland eine ähnlich wichtige Rolle spielen wie auf dem Weltmarkt.

Huawei hat es geschafft unter die Top 3 der Smartphone-Hersteller zu kommen. Wollen Sie in Zukunft die Branchenriesen direkt angreifen oder ist es Ihr Ziel, eine gut etablierte Alternative zu sein?

Weisswange: Mit unseren Geräten zeigen wir, dass Innovation erschwinglich ist und zwar für jeden. Und genau dort sehen wir unseren Platz – eine innovative Marke, egal ob für Smartphone-Einsteiger oder Smartphone-Freaks.

Das Portfolio von Huawei umfasst derzeit 18 Smartphones und 4 Tablets. Ist diese Produktvielfalt für den Kunden nicht eher verwirrend als hilfreich?

Weisswange: Wir möchten Kunden dauerhaft ein breites Portfolio mit sehr hoher Qualität bieten. Egal ob der Kunde auf der Suche nach dem besten Design- oder Hightech-Smartphone ist – er wird bei uns in der für ihn relevanten Preisklasse fündig. Dazu bieten wir ein gut sortiertes und klar gegliedertes Portfolio mit sechs aktuellen Smartphones und drei Tablets an. In unserer Ascend-Reihe haben wir vier Kategorien: Y(Youth) für den Einsteiger, G(Gold) für den Allrounder, P(Platinum) für den Design- Fan und D(Diamond) für den Technikliebhaber.

Natürlich unterstützen wir auch unsere Kunden die schon länger auf die Marke Huawei setzen, daher findet der Kunde auf unserer Homepage alle Produkte, die wir seit 2011 in Deutschland anbieten.

Die Deutschen sind für ihr sehr hohes Bedürfnis in punkto Datensicherheit bekannt. Wie geht ein chinesischer Hersteller damit um?

Weisswange: Uns ist sehr bewusst, dass Datensicherheit hierzulande eine große Bedeutung hat. Huawei legt bei seinen Produkten und IKT- Lösungen im Hinblick auf den Umgang mit Daten höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards an. Wir wissen, dass es in komplexen IT- und Softwareumgebungen immer wieder neue Herausforderungen gibt. Deshalb richtet Huawei seine Innovationskraft darauf aus, entsprechende Sicherheitslösungen zu entwickeln. Darüber hinaus setzen wir uns für einen verstärkten internationalen Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und allen weiteren beteiligten Akteuren ein, um globale Standards bei der Datensicherheit zu etablieren.

Von technischen Details abgesehen, was unterscheidet Huawei von etablierten Marken wie Apple und Samsung? Welche Zielgruppe will man besonders ansprechen?

Weisswange: Huawei Device tritt als Marke sehr locker im Vergleich zum Mitbewerb auf. Wir sind in Deutschland noch jung, wie auch unsere Zielgruppe eher jung ist (16 bis 39 Jahre). Das soll man an unserer Kommunikation auch merken. So sind wir sehr aktiv auf Social Media Kanälen wie Facebook oder Twitter – und wir zensieren dabei nichts (rechtswidriger Content o.ä. natürlich ausgeschlossen). Bei unseren Geräten stehen Qualität und Innovation, wie unser eigenes entwickeltes Energiesparmanagement, im Vordergrund. Wir möchten, dass unsere Kunden sich mit ihrem Huawei Gerät rundum wohlfühlen und das auch ihren Freunden zeigen.

Mobile Payment ist derzeit ein viel beachtetes Thema. Werden die Smartphones von Huawei mit NFC-Technologie ausgerüstet sein, oder hält man sich hier noch zurück?

Weisswange: Wir haben in Deutschland seit 2012 Geräte mit NFC im Portfolio. Unsere aktuellen Flaggschiffe beispielsweise, das Ascend P2 und das Ascend Mate, haben NFC an Bord. Mittlerweile entwickelt sich der Markt in Deutschland in diesem Bereich, wenn auch noch langsam. Wichtig ist, dass der Endkunde die Anwendungen, wie Mobile Payment und Ticketing nutzt. Wir jedenfalls sind bereit und bieten NFC in unseren Geräten an.


Anzeige

posten in:


Ressort: Interviews, Geräte
von:

""Top-Priorität oder gehyptes Phänomen: Welche Rolle spielt das Thema Mobile in den Unternehmen?"

 

Im Zuge des kommenden Internets der Dinge, in dem wir bis zum Jahr 2020 weltweit schon 50 Milliarden vernetzte Geräte erwarten, werden sich Arbeitsweisen und Geschäftsmodelle in vielen Industriesegmenten stark verändern.  

Christoph Bach, Head of Practice Mobile Broadband WE, Ericsson GmbH

Die Verbraucher wollen die Marke Galeria Kaufhof auf allen Kanälen erleben, ob bequem von zuhause, mobil via Smartphone oder beim Erlebniseinkauf in der City. Wer Kunden gewinnen und halten will, muss online mehr bieten als eine Desktop-Variante.  

Nina Ehrenberg, Leitung E-Commerce, Galeria Kaufhof

In Unternehmen wird sich die mobile Peripherie zum festen Bestandteil der IT-Infrastruktur entwickeln. Sie besteht aus dem Zusammenspiel zwischen Technologien und konvergenten mobilen und stationären Endgeräten, wie NFC-fähige Multifunktionsgeräte.  

Roland Schweyer, Director IT Cluster & B2B, Samsung Electronic GmbH

Mobile bietet herausragende Kommunikationschancen. Um diese jedoch effektiv und effizient zu nutzen, müssen Kampagnen bereits „mobile first“, d.h. Device-gerecht gedacht und konzipiert werden. Dieser Umdenkungsprozess ist im Unternehmen angekommen.  

Uwe Storch, Head of Media, Ferrero

Smartphones sind universelle Bedien- und Anzeigegeräte, nicht nur „smarte“ Telefone. Sie werden Werkzeuge, Fernbedienungen und Steuergeräte der Zukunft. Die Industrie braucht neue Geschäftsmodelle, weil sie in der Zukunft andere Geräte verkauft.  

Klaus Liebe, Business Unit Manager, Zühlke Engineering GmbH

Das Smartphone wird ohne Zweifel bald eine zentrale Bezahlmethode sein - Chancen & Möglichkeiten sowohl für Handel wie Kunden sind zu groß! Was noch fehlt ist ein starker Standard, dem der Kunde vertraut und der vom Handel breit umgesetzt wird.  

Tobias Günther, CEO fournova Software GmbH

Mobile ist in den Unternehmen voll und ganz angekommen. So haben fast 70 Prozent aller großen Unternehmen eine BYOD-Policy oder planen eine solche innerhalb eines Jahres einzuführen. Die Vorteile sind kaum zu übersehen.  

Andreas Englisch, Produktmanager, BT (Germany) GmbH & Co. KG

Die Mehrheit der deutschen Unternehmen hat ihre Markenbotschaft immer noch nicht auf den mobilen Kanal ausgerichtet. Hierbei zeigen 25 Millionen verkaufte Smartphones in diesem Jahr einen eindeutigen Wandel beim Medienkonsum auf. 

Björn Wendler, Geschäftsführer, madvertise media

Enterprise Mobility umfasst weit mehr als nur das Gerätemanagement. Es geht darum die komplette Wertschöpfungskette mobiler Daten und Prozesse zu optimieren. Diese Veränderung betrifft nicht nur die IT, sondern alle Bereich des Unternehmens.  

Kai Höhmann, Vorstand, Seven Principles AG

Wir stehen inmitten einer digitalen Revolution. Analoge Geschäftsabläufe werden in absehbarer Zeit digitalisiert. Nur so bleiben Unternehmen wettbewerbsfähig. Mobile Endgeräte werden dabei für Nutzer die Input- und Output-Schnittstelle darstellen.  

Dr. Roman Friedrich, Geschäftsführer, Booz & Company
Previous
Next