08.11.2016 - 10:11

Was unterscheidet erfolgreiche und weniger erfolgreiche Marken?

Erfolg kommt nicht von ungefähr, Unternehmen und Marken müssen ihn sich erarbeiten. Dabei spielt Marketing eine große Rolle. Worauf es hier inzwischen ankommt erklärt Andreas Helios, Head of Marketing bei Adobe, im Interview.

Andreas Helios ist Head of Marketing bei Adobe Digital Marketing Cloud in Central Europe.

Im Zentrum von erfolgreichem Marketing stehe das sogenannte „Experience Business“. Dabei gehe es darum, digitale Erlebnisse spürbar zu machen. „Wir leben heute in einer Welt, in der wir sehr viel mehr Zeit digital verbringen“, erklärt Andreas Helios, Head of Marketing bei Adobe Digital Marketing Cloud in Central Europe. „Die große Frage für Unternehmen ist, wie können sie dieses haptische Gefühl, das beim Berühren eines Produktes entsteht, in die digitale Welt übersetzen.“

Dabei spielt das Smartphone eine immer wichtigere Rolle. So zeigt der „Advertising Demand Report 2016: Europe“ von Adobe, dass der Traffic auf Websites nicht mehr nennenswert wächst, sich aber eine Verlagerung auf das Smartphone abspielt. In Europa etwa konnten 54 Prozent der Websites seit Januar 2013 weiterhin wachsen, und dies um durchschnittlich 52 Prozent. Für die restlichen 46 Prozent hingegen nahm der Traffic um 35 Prozent ab. Hier zeigt sich der Wechsel auf mobile Endgeräte am deutlichsten. Hatten die wachsenden Seiten vor drei Jahren noch 41 Prozent mehr Smartphone-Traffic als die schrumpfenden, ist diese Lücke inzwischen auf 51 Prozent angewachsen.

Was den Unterschied ausmacht

Was unterscheidet nun erfolgreiche von weniger erfolgreichen Marken? Für Helios ist hier die Fähigkeit, in dieser digitalen Welt die digitale Körpersprache der Kunden lesen zu können, entscheidend. Die Unternehmen, „die es verstehen, die Bedürfnisse und Wünsche zu transformieren und die verstanden haben, dass es eben nicht mehr rein um dieses physische Produkt geht, sondern um das digitale Erlebnis“ seien die erfolgreichsten.

Zentral hierfür sei Relevanz: „Gerade in dieser lauten, unstimmigen Welt ist es so viel wichtiger, relevante Botschaften zur richtigen Zeit an die richtige Person zu vermitteln“, führt Helios aus. „Es geht nicht darum, blind Daten zu sammeln, sondern natürlich klar zu kommunizieren, welchen Unterschied macht es für mich als Konsument, wenn ich diese oder jene Datensätze von mir preisgebe.“ Dabei müsse der Mehrwert ebenso klar kommuniziert werden wie es eine Entscheidungsfreiheit geben muss: Für Kunden müsse es stets eine Möglichkeit geben, aus diesem Prozess „out-zu-opten“, zu sagen, wenn er das nicht möchte.

Ein Blick in den Advertising Demand Report verdeutlicht dies. So sind zum Beispiel Anzeigen, die automatisch Musik abspielen oder sich nach dem Klick auf einen Link automatisch öffnen, Werbeformen, die dem Nutzer keine Entscheidungsfreiheit geben. Dementsprechend negativ werden sie gesehen: In Deutschland sind nur 23 Prozent der Verbraucher dazu bereit, sich solche Autoplay- oder Pop-Up-Werbung anzusehen. In Großbritannien sind es jeweils sogar nur 15 Prozent. Daher versuchen auch 66 Prozent der Deutschen Anzeigen so bald als möglich zu überspringen. Ist dies nicht möglich verlassen 36 Prozent der Bundesbürger die Seite wieder, bevor die Werbung zu Ende ist und sie den gewünschten Content gesehen haben.

Thema Datenschutz

Deutschland sei eine Kulturregion die sehr kritisch mit den Themen Datenschutz und Vertraulichkeit umgehe, so Helios. „Das ist ein hohes Gut, das wir wirklich bewahren sollten, und wenn Unternehmen das gut machen und auf die Wünsche der Kunden eingehen, tragen wir alle ein Stück dazu bei, dass es auch so bleibt. Und das ist ein Wettbewerbsvorteil für die Region.“


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Ressort: Interviews, Marketing
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