04.10.2017 - 11:21

Virtual Reality: Neuer Herausforderer und neue Geräte

Aufgrund der Einführung von Apples ARKit und Ankündigungen von Google sowie Facebook steht derzeit Augmented Reality im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung – auch wenn die Technologie im optischen Bereich immer noch nicht komplett ausgereift ist und das Smartphone dafür eher eine Übergangslösung sein wird. Die deutlich ausgereiftere Virtual Reality hat ihre große Hype-Phase dagegen gerade erst einmal hinter sich. Allerdings ist in diesem Markt einiges in Bewegung, zumal Microsoft diesen Monat die dritte relevante Plattform im PC-Bereich startet und das bekannteste VR-Social Network AltspaceVR unter seine Fittiche nimmt.

AltspaceVR wurde bereits 2013 gegründet und gilt als die Anlaufstelle für soziale Interaktion in der virtuellen Realität. Im Juli diesen Jahres ging den Betreibern das Geld aus, so dass die Plattform kurzfristig vor der Abschaltung stand. Trotz der Übernahme durch Microsoft soll AltspaceVR nun wie gewohnt weiterlaufen und damit auch für andere VR-Ökosysteme zur Verfügung stehen. Eine Unterstützung von Hololens ist derzeit nicht geplant, dafür wird aber ziemlich sicher eine Version für die anderen Windows Mixed Reality-Headsets erscheinen.

"Mixed Reality"

Diese lassen sich ab dem 17. Oktober zusammen mit Windows 10 verwenden, da Microsoft die Virtual Reality bzw. Mixed Reality-Funktionalitäten in einem großen Update in sein Betriebssystem einbindet. Die passende Hardware liefern Acer, Dell, HP, Lenovo und Samsung; Asus folgt erst 2018. Besonders Samsung konnte mit dem Samsung HMD Odyssey punkten, da es für 499 Euro inklusive Controller und integrierten Kopfhörern das technisch bisher beste Headset im Consumer-Segment ist. Samsung verbaut zwei OLED-Displays mit einer Gesamtauflösung von 2.880x1.600 Pixeln und einem Blickwinkel von 110 Grad. Wie bei allen marktfähigen Windows Mixed Reality-Lösungen müssen keine zusätzlichen Geräte im Raum platziert werden, um die Position des Nutzers im Raum zu erkennen, da die im Headset eingebaute Kamera dies autark erledigt.

Warum Microsoft den Begriff Mixed Reality für eigentliche Virtual Reality-Headsets verwendet, ist schnell erklärt: Das Unternehmen sieht Augmented und Virtual Reality – vermutlich völlig zu Recht – als miteinander verschmelzende Technologien, die es bereits jetzt mit der Bezeichnung Mixed Reality zusammenfasst. Zudem ermittelt Virtual Reality die Position des Nutzers im echten Raum, wodurch auch diese Technologie die wirkliche Welt mit einbindet.

Wie erfolgreich Microsofts Ökosystem wird, hängt stark vom Software-Support ab. Bei dem vom Rivalen HTC Vive unterstützten Steam sind bereits tausende Virtual Reality-Anwendungen verfügbar – davon allerdings viele mangelhafter Qualität. Mitbewerber Oculus hat dagegen weniger zu bieten, pflegt das Portfolio aber auch besser.

Oculus-Visionen noch unklar

Genaueres über die Zukunftspläne des zu Facebook gehörenden Oculus ist erst auf der Mitte Oktober stattfindenden Oculus Connect 4 zu erwarten. Gerechnet wird mit einer fortgeschrittenen Version von „Project Santa Cruz“: Das Headset soll ohne das im PC-Bereich bisher fast immer notwendige Kabel auskommen und auch keine zusätzlichen Kamera und Projektoren benötigen. Zudem geistern seit geraumer Zeit Gerüchte über ein autarkes Headset durch den Raum.

Daydream-er

HTC setzt bei seinem HTC Vive-Headset vorerst noch auf externe Zusatzlösungen, um den kabellosen Betrieb zu gewährleisten. Als nächstes Produkt kommt eine autark agierende VR-Brille auf Basis von Googles Daydream-Plattform auf den Markt, die vermutlich „Vive Focus“ heißen wird. Ein ähnliches Modell wird bis Jahresende auch von Lenovo erwartet.

Beide könnten der derzeit etwas schwächelnden Daydream-Plattform neuen Schwung geben. Deren Problem sind primär die hohen Anforderungen an die in den unterstützten Smartphones verbaute Technologie, weshalb immer noch nur wenige Geräte damit kompatibel sind. Zuletzt kamen das Samsung Galaxy S8 und das Samsung Galaxy Note 8 hinzu, bei denen die Kunden nun zwischen Googles Lösung und dem hauseigenen Gear VR-System wählen können, das im mobilen Bereich bisher deutlich die Nase vorn hat. Es ist unklar, ob sich Samsung mit der Daydream-Unterstützung von Oculus unabhängiger machen will – das Gear VR-System basiert auf dessen Technologie. 

Einsam auf Konsole

Im Konsolenbereich steht der Sieger mangels Herausforderern bereits jetzt fest. Sonys Playstation VR-System wurde gerade ein wenig modernisiert: Die kommende Version leitet nun HDR-Signale zum Fernseher durch (vorher musste dafür viel umgesteckt werden) und bietet integrierte Kopfhörer. Bislang wurden diese mittels Kabel an das Headset angeschlossen. Trotz Hoffnungen seitens der Spieler scheint die Bewegungssteuerung, die unter den stationären Systemen am unpräzisesten arbeitet, nicht wirklich reformiert zu werden. Sony kündigte zwar neue Move-Controller an, bei diesen wird allerdings lediglich der Akku vergrößert und der USB-Anschluss modernisiert.

Laut einer Prognose von IDC sollen in diesem Jahr 13,7 Millionen Augmented- und Virtual Reality-Headsets verkauft werden, der weitaus größte Teil davon im Bereich VR. Dieser wird zumindest bis 2019 den Markt mit über 90 Prozent Anteil dominieren.


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Ressort: Topnews, Geräte
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