21.10.2014 - 11:19

Sichere App-Entwicklung: „Die Industrie muss umdenken“

Das gesteigerte Sicherheitsbedürfnis der User hat immer mehr Unternehmen dazu gebracht, Tests für Applikationen anzubieten. mediaTest digital ist seit Beginn der App-Ära in dieser Branche tätig und erklärt, was sich ändern muss.

Sebastian Wolters ist Geschäftsführender Gesellschafter bei mediaTest digital. Sein Unternehmen bietet seit über vier Jahren Sicherheitsprüfungen und Auditings mobiler Applikationen an.

Herr Wolters, Apps auf ihre Sicherheit zu testen, ist in den letzten Monaten ein zunehmend verbreitetes Geschäftsmodell in Deutschland geworden. Wie wirkt sich das auf die Qualität der Apps aus?

Sebastian Wolters: Kaum eine Software-Entwicklungssparte ist so schnelllebig, wie das Mobile Application Development. Durch erhöhten Druck von Kunden, muss oft an allen Ecken gespart werden. Dabei werden Qualität, Sicherheit und Datenschutz trotz der gestiegenen Sensibilität immer noch schnell vernachlässigt, da der Endkunde dies vorerst nicht bemerkt. Hier muss ein Umdenken stattfinden, um sicherheitsaffine Benutzer und Unternehmenskunden nicht als Zielgruppe zu verlieren.

Was tut die Branche als Ganzes, um eine hohe Sicherheit von Apps gewährleisten?

Sebastian Wolters: Im Hintergrund arbeitet das BSI im Rahmen einer speziellen Arbeitsgruppe mit Vertretern der App-Industrie daran, Sicherheitsstandards für Apps zu definieren und zu etablieren. MediaTest digital zeigt sich als fester Bestandteil dieser Arbeitsgruppe für die zukünftigen Standards mitverantwortlich. Über das Application Security Center bieten mediaTest digital und TÜViT Security Guidelines für App-Entwickler und Unternehmen an, die auf diesen Standards basieren.

Woran kann der Verbraucher sichere Apps erkennen?

Sebastian Wolters: Zum Beispiel an unserem „TRUSTED APP“-Siegel. In seiner bekannten Form als anerkanntes Gütesiegel bescheinigt es bereits seit 2012 die vertrauenswürdige Einhaltung von Datenschutz- und Datensicherheitsrichtlinien. Schon in der Vergangenheit grenzte sich mediaTest digital durch die einzigartige Detailtiefe seines Prüfvorgangs von der Konkurrenz ab. Die Aufnahme der TÜViT in den Auditing-Prozess war für uns eine logische Konsequenz und verschafft dem „Trusted App“- Siegel zusätzliches Gewicht. Dabei profitiert es natürlich zukünftig von der hohen Akzeptanz und Bekanntheit von TÜV-Siegeln.

Was hat Sie zu der Zusammenarbeit mit dem TÜV bewogen?

Sebastian Wolters: Durch die Kooperation verzahnen mediaTest digital und TÜViT ihre Stärken im Bereich IT-Security. MediaTest digital verfügt über fundierte Expertise in den Bereichen Sicherheitsprüfung und Auditierung mobiler Applikationen (Apps) und unterstützt so Unternehmen bei der Absicherung ihrer mobilen IT-Infrastruktur. Die Erfahrung und etablierten Prozesse seitens TÜViT ergänzen die Dynamik und Innovationskraft von mediaTest digital.

Was kann einer Ihrer Kunden von einer Auditierung erwarten?

Sebastian Wolters: Der Kunde wird auf dem Weg bis zur erfolgreichen Auditierung von den Experten von mediaTest digital und TÜViT begleitet. Durch detaillierte Prüfprotokolle erhält er konkrete Anhaltspunkte zur Optimierung und Absicherung seiner App. Abschließend wird ihm das „TRUSTED APP“-Siegel und Online-Zertifikat ausgestellt. Diese kann er werbewirksam einsetzen und so den vertrauenswürdigen Umgang mit Nutzerdaten kommunizieren. Durch das Auditing von mediaTest digital und TÜViT werden Datenschutz und Datensicherheitsrisiken vorgebeugt und positive Verkaufsargumente geschaffen. Viele unserer Kunden sehen uns als externe Qualitätssicherung. Eine Test-Flatrate für App-Updates innerhalb des Lizenzzeitraumes sorgt dabei für eine kontinuierliche Qualitätskontrolle und ein anhaltendes Sicherheitsversprechen.

Wie weit verbreitet sind denn Sicherheitsprobleme?

Sebastian Wolters: Statistisch gesehen sind in der Tat mehr als 50 Prozent aller von uns getesteten Android Applikationen von „Problemen“ betroffen, über alle gängigen Betriebssysteme hinweg und nur mit leichten Unterschieden in der Häufigkeit. Insgesamt ist es ein plattformunabhängiges Problem, das genauso Blackberry, WindowsPhone, Firefox OS und weitere betrifft.


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Ressort: Interviews, Applikationen
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