10.10.2017 - 10:55

Retail Innovation Day: Die neue Kundenansprache am POS

Wie kann der stationäre Handel von digitalen Technologien profitieren? Und wie werden dem Kunden individualisierte Lösungen angeboten? Auf dem Retail Innovation Day gab die Location Based Marketing Association Antworten.

Wie das österreichische Handelsmagazin Opens external link in new windowcash.at schreibt, bildete den Auftakt der Veranstaltung, die am 4. Oktober im LOC-Place in Parndorf stattfand, dem Wissens- und Innovationszentrum der Location Based Marketing Association (LBMA), ein Gespräch mit Gerald Kühberger, Communications Manager beim Handelsverband Ösetrreich. Unter der Überschrift „Die Verbindung der stationären Verkaufsfläche mit digitalen Angeboten“ erklärte Kühberger, dass sich ein Großteil der Arbeitsplätze in den nächsten Jahren verändern wird. Dabei zeigte er auch Verständnis dafür, dass Mitarbeiter Angst vor der Digitalisierung haben: „Das Personal ist oftmals schwer für die Digitalisierung zu begeistern, weil dieses Angst hat, wegrationalisiert zu werden.“ Umso mehr befürwortet Kühberger die Umsetzung von Initiativen wie jene der Lehre zum E-Commerce-Kaufmann/-frau.

Zwar werden aktuell etwa 90 Prozent der Umsätze stationär und nur zehn Prozent Online erzielt, jedoch wird grob die Hälfte aller Umsätze digital beeinflusst. Deshalb drängen immer mehr ehemalige Online Pure Player wie Amazon auf die Fläche und der „stationäre Handel muss sich etwas einfallen lassen“, so Kühberger.

Erhöhte Erwartungen

Die großen Unternehmen Google, Apple, Facebook und Amazon treiben die Erwartung der Kunden in die Höhe und steigern die Anforderungen aller Händler. Dies alles führe zu keiner linearen, sondern zu einer exponentiellen Entwicklung, wie Thomas Hinterleithner (LOC-Place, LBMA Austria) in einem Vortrag betonte. „Auch wenn es für manche schockierend wirken mag, aber in den nächsten Jahren werden massive Veränderungen stattfinden“, so der Experte. Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz, Machine Learning oder Augmented Reality führen zu ganz neuen Möglichkeiten. Firmen wie Google oder Apple wagen laufend sogenannte „Moonshot-Projekte“. Man steckt sich dabei hohe Ziele, die einen zehn Mal höheren Return on Investment erzielen sollen. „Ich fordere Sie auf, hier einen Mindset Change zu wagen“, so Hinterleithner. „Starten Sie ihr eigenes Moonshot-Projekt, wenn auch mit kleineren Mitteln.“

„Bei Location-based Marketing geht es um die Lokalisierung des Menschen“, so Carsten Szameitat, Vorstandsvorsitzender der LBMA DACH. „Nicht die plumpe Ansprache, sondern das Verständnis über den potenziellen Kunden ist entscheidend.“ Daher sind Datensysteme, die die verfügbaren Daten aggregieren und analysieren von großer Bedeutung. Diese unter dem Begriff „Location Intelligence“ zusammengefassten Systeme erhöhen durch ihren Einsatz den Kundennutzen ebenso wie die Möglichkeiten für die Unternehmen selbst, wie Ralph Hudler, Business Developer CRM & Loyalty bei Loyalty Partner Solutions in einem Vortrag aufzeigte.

Tzvetko Sabev, CEO von CloudFaces, stellte anhand eines Pilotkunden das System von CloudFaces vor, das für Front End Entwickler schnell zu erlernen und anzuwenden sein soll. Mit der App für das Weinwander Event der Stadt Wien wurden 10.000 Kunden an einem Wochenende erreicht. Mit CloudFaces konnten die Anwender dann etwa Push-Nachrichten hinterlegen oder Routen für den Weinwanderweg setzen.

Lösungen für Händler und Marken

Zum Thema Marketing Automation sprach Jürgen Polterauer von der Dialogschmiede. Mit Droid bietet das Unternehmen ein Tool ab, das mit Hilfe der Datenanalyse eine individuelle Kundenansprache online ermöglicht. „Behavioral Marketing hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Kundenverhalten ist wichtiger als die Sozio-Demographie.“ Wenn Kunden ein gewisses Verhalten zeigen, werden entsprechende Journeys ausgespielt.

Zudem zeigte Dirk Theuerkauf von T-Mobile Austria das Prinzip der Floating Phone Analytics. Hier kommen Lokalisierungsdaten zum Einsatz, die über die Mobildaten generiert werden. So können Händler unter anderem sehen, wo sich Kunden aufhalten und welches Geschlecht wo am längsten verweilt. Wie Chatbots Kunden bedienen können, führte Adam Balogh von Attrecto vor. Dabei zeigte er auf, dass Chatbots, die auf gewissen Regeln basieren, künftig immer mehr von intelligenten Chatbots abgelöst werden, die mit der Zeit hinzulernen. Auch hybride Bots sind im Kommen.

Live Experience vor Ort

Als Live-Demo vor Ort wurde eine Innovation von Bluesource vorgestellt, die den stationären Handel beleben soll. Mit mobile-pocket können neben der Speicherung von Kundenkarten auch Angebote an den Kunden ausgespielt werden. CEO Wolfgang Stockner betonte, wie wichtig es ist, seine Kunden zu kennen: „Bei all der Flut an Angeboten müssen diese wieder stärker personalisiert werden. Nur wer den richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Angebot wählt, kann einen Kaufimpuls auslösen.“ Wie mobile-pocket im Geschäft jene Angebote ausspielen kann, wurde in der Filiale von Pagro gezeigt. Bei Betreten des Geschäftes wurden dem User aktuelle Angebote und Rabatte auf das Smartphone gespielt.

Ein weiterer vorgefüherter Use-Case zeigte im Hillinger WeinShop, wie Angebote über Beacons oder das Physical Web auf die Smartphones der Kunden ausgespielt werden. Sobald sich der User einem Ort Im Geschäft nähert, wird ein entsprechendes Angebot entsendet. Und wie Kunden am Point of Sale getrackt und analysiert werden können, zeigte Alan Henderson vom Unternehmen Pygmalios.

Abschließend präsentierte Szameitat den Global Trend-Report 2017, die Ergebnisse daraus können Sie Opens external link in new windowhier einsehen.

Der nächste Opens external link in new windowRetail Innovation Day findet am 29. November im LOC-Place statt. Unter dem Titel „Vom Check OUT zum Check IN“ widmet er sich der klassischen Kassenzone und Services, die den Kunden ab dem Check-In und damit in Echtzeit/Live während des Einkaufs begleiten.


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Ressort: Location Based Services , Commerce
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