16.03.2015 - 12:19

Mit Smart Deep Links zum „Two-Click-Purchase-Flow“

Wer auf eine bestimmte Website verweisen will nutzt einfach den Link. In Apps ist das nicht möglich. Roland Siebert, CEO von 360dialog, erklärt im Interview, wie Deep Links dies lösen können und so den Mobile Commerce verändern.

Herr Siebert, 360dialog hat bereits 2012 eine erste Deep Linking Lösung entwickelt. Was hat sie schon damals dazu gebracht?

Roland Siebert: Was mir schon immer auf den Keks ging: wenn ich eine E-Mail von LinkedIn mobil öffne und klicke wird nicht erkannt, dass ich die App schon installiert habe. Ich werde nicht dorthin geführt sondern auf eine Landing Page, die mir den App-Download anbietet. Also haben wir unsere eigene Deep Linking Lösung erstellt, die Opens external link in new windowSmart App Links. Oder wenn ich zum Beispiel bei Groupon zehn Kinotickets sehe, darauf klicke und dann in den Browser geschoben werde. Dann werden meine Login-Daten abgefragt: welche Email und welches Passwort habe ich vor drei Jahren gleich nochmal verwendet?

Smart Deep Links lösen dieses Problem?

Roland Siebert: In der App bin ich schon eingeloggt und auch meine Zahldaten sind hinterlegt. So komme ich zu einem Two-Click-Purchase-Flow. Wenn ich jetzt die mobile App mit dem mobilen Browser vergleiche, hat sie eine 40 bis 80 Prozent bessere Konversion. Je nachdem wie stark die Kampagne Impulskauf-gesteuert ist. Adobe hat letztes Jahr in einer Studie gezeigt, dass 41 Prozent der Umsätze eines Händlers von seinen Stamm- und Wiederkäufern gemacht werden.

Also genau die, die auch die App installiert haben.

Roland Siebert: Genau. Ich kann also bei den Stamm- und Wiederkäufern einen Uplift von 40 bis 80 Prozent bekommen – auf möglicherweise 41 Prozent meines Business. Wir haben zuletzt einen Testversand für einen Kunden gemacht, bei dem die Empfänger eine Prämie einlösen konnten. Für eine Kaffeemaschine mussten sie noch 150 Euro zuzahlen. Und selbst da haben wir 15 Prozent Konversionsverbesserung erreicht.

Das klingt beeindruckend. Was genau passiert denn in so einem Fall?

Roland Siebert: Entscheidet sich der User auf einen der Links zu klicken, erkennen wir aus der Email-Kommunikation heraus, dass die App da ist. Der Nutzer wird dann mit dem Deep Link zu diesem bestimmten Point-of-Interest oder Point-of-Conversion in der App geführt. Unser Kunde Westwing setzt auf unsere sogenannten „Smart App Links“ und hat sie in all seinen Newslettern weltweit verbaut. Ich gehe in die App, bin eingeloggt, meine Bezahldaten sind gespeichert und – klickklick – fertig. So muss es sein.

Aber ist die E-Mail nicht eigentlich tot?

Roland Siebert: Nein, auch wenn das viele gedacht haben. Stattdessen erfährt sie insbesondere durch die Mobile Devices eine Renaissance. Inzwischen werden 53 Prozent der Emails mobil geöffnet, gleichzeitig finden 60 Prozent der Internetnutzung mobil statt. Vor vier oder fünf Monaten wurde sogar der Punkt erreicht, an dem es mehr Internetnutzung aus mobilen Apps heraus gab als browserbasiert.


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Ressort: Interviews, Marketing
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