28.05.2013 - 10:01

Studie: Interne Abläufe größtes Problem bei App-Entwicklung

Die Entstehung einer mobilen App kostet viel Zeit und Geld, und oft wesentlich mehr als nötig. Ein Großteil der Softwareentwickler arbeitet inzwischen an solchen, die Abläufe lassen sich dabei aber stark optimieren. Eine schlechte Kommunikation der beteiligten Abteilungen und die Verwendung unterschiedlicher Umgebungen ziehen den Prozess in die Länge und lenken die Beteiligten von ihren eigentlichen Aufgaben ab.

Die kürzlich veröffentlichte Studie „Zend Developer Pulse“ spricht von einer App-Wirtschaft, in der Firmen durch Anwendungen vertreten werden. Das bedeutet im Wesentlichen, das „Gesicht“ eines Unternehmens, mit dem Kunden und Partner in ersten Kontakt treten, ist eine Applikation. Im Fokus stehen hierbei mobile Apps, was sich auch an den Zahlen aus den Entwicklerbüros belegen lässt. Waren im vergangenen Jahr noch zwei Drittel von ihnen mit mobilen Anwendungen beschäftigt, sind es nun neun von zehn. Und dies trifft auf alle Unternehmensgrößen zu, von Unabhängigen bis hin zu großen Softwarehäusern mit mehr als 5.000 Angestellten. Damit liegt man im Trend, denn schon für das Jahr 2015 wird erwartet, dass mehr Nutzer mit mobilen Geräten auf das Internet zugreifen werden als mit stationären.

Hohe Ansprüche der Entwickler

Neun von zehn Befragten wissen genau, was sie von einem Server für die Herstellung mobiler Apps benötigen. Dabei legen die Entwickler auf manche Fähigkeiten mehr Wert als auf andere. Hoch im Kurs steht derzeit Geotargeting-Unterstützung – jeder zweite Programmierer erwartet diese von dem Server. Auch Data Mapping und Push Notifications werden von jeweils 45 Prozent verplant und müssen somit unterstützt werden. Die Vernetzung mit sozialen Netzwerken hingegen ist weniger stark gefordert, hier erwartet nur etwa ein Drittel Support.

Vorteile offener Plattformen

Ein wichtiger Punkt, an dem Reibungsverluste in der App-Entwicklung auftreten, sind die verwendeten Standards. Jede native App ist mit einer eigenen Sprache und Umgebung verbunden. So verwendet iOS Objective-C als Programmiersprache, Android und BlackBerry Java und Windows Phone nutzt .NET und visual studio. Die in einem dieser Standards entworfene App ist somit zunächst exklusiv, die Portierung auf ein anderes Gerät kostet Zeit und Geld.

Alternativen bieten hier offene Plattformen wie JavaScript und HTML 5. Hier ist die Übertragung auf verschiedene Geräte weniger aufwendig und somit schneller und günstiger. Für diese gibt es darüber hinaus noch eine größere Entwicklerbasis und Modifizierungen fallen leichter. Enge Zeitpläne lassen sich so besser einhalten. Somit erklärt sich auch, warum vier von fünf Herstellern auf Web-Apps setzen und nur jeder vierte mit nativen Apps plant.

Terminprobleme Norm, nicht Ausnahme

Auch die Trennung von Entwicklung und Betrieb stellt ein großes Problem dar. Neun von zehn Programmierern konnten ihre Programme nur mit Verspätungen zur Produktion freigeben. Befragt nach den Gründen gaben 41 Prozent von ihnen verschiedene Systemstandards bei Entwicklung, Testern und Produktion an. Hier gehen erneut Ressourcen verloren, da die Programmierer den Großteil ihrer Zeit damit verbringen müssen, entdeckte Fehler zu replizieren, bevor diese gelöst werden können. Dies kann bis zu mehrere Wochen andauern. Darüber hinaus beklagte jeder Dritte, dass ein Automatismus für die Übergabe an andere Abteilungen und die Veröffentlichung fehlt.

Obwohl diese Probleme leicht zu lösen sein sollten, verfügen gerade einmal 42 Prozent der großen Unternehmen über automatisierte Prozesse, die den Entwicklungsprozess ihrer Apps vereinfachen. Bei den Firmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern sind es sogar noch weniger. Somit verwundert es auch nicht, dass die Hälfte der Entwicklerstudios das Release-Datum ihrer Apps nicht einhalten kann.

Troubleshooting verschlingt zu viel Zeit

Kritisch ist auch, wie viel Zeit Programmierer in Problemlösung investieren müssen, besonders im direkten Vergleich zur Entwicklung. Vier von fünf sind mindestens zu 25 Prozent damit beschäftigt, jeder sechste investiert sogar mehr als drei Viertel seiner Zeit. Die tatsächliche Entwicklung bleibt somit natürlich auf der Strecke. Ruft man sich noch einmal in Erinnerung, dass ein Großteil dieser Zeit dafür aufgewendet wird, Fehler zu replizieren, wird erneut klar, wie wichtig eine bessere Kommunikation und Abstimmung im Unternehmen ist. Die Programmierer würde dies besonders freuen, denn 90 Prozent von ihnen geben an, Wochenenden und Urlaub zu opfern, um ein Projekt rechtzeitig abschließen zu können.

An der von Zend, einem Anbieter für End-To-End-Lösungen für Softwarestudios, durchgeführten Opens external link in new windowStudie nahmen 4.809 PHP-Entwicklerstudios unterschiedlicher Größen teil. Ein Viertel der Befragten waren unabhängig, die Hälfte mittelständische Unternehmen.


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Ressort: Topnews, M-Development
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