04.10.2017 - 11:32

Blockchain wird Basis für innovative Angebote

Im Dezember vergangenen Jahres waren sich die Digitalisierungsexperten von Oliver Wyman sicher, dass es sich bei der Blockchain nicht um eine Spielerei, sondern um die Grundlage für sichere Transaktionen in allen Branchen handeln wird. Nun soll sie unter anderem bereits als Basis für eine innovative Shopping-App dienen.

Das deutsche Start-Up Wysker will sich darüber zum einen das notwendige Investitionskapital in Höhe von 25 Millionen Euro besorgen und zum anderen die Weitergabe von Kundendaten vergüten. Das restliche Konzept der App ist ebenso einfach wie neu: Kunden werden in atemberaubendem Tempo Produkte angezeigt, die sie eventuell interessieren können – derzeit sind 30 Bilder innerhalb einer Sekunde zu sehen. Wenn sie etwas kaufen oder sich näher darüber informieren möchten, halten sie den Durchlauf mit einem Druck auf das Display an und dürfen dann durch die Produkte blättern, bis sie zum gewünschten zurückgelangen. 

Shopping-Portal mit Token

Wysker will dabei die Waren nicht selbst vorrätig haben, sondern mit Händlern zusammenarbeiten. Die Weitergabe von Kundendaten soll dabei ganz in der Hand der Konsumenten liegen. Wenn sie sie aber bewusst zur Verfügung stellen, Rezensionen schreiben oder bei weiteren Aktivitäten mit der App interagieren, erhalten diese Wys-Token – eine digitale Währung, die speziell für Wysker geschaffen wird und in Rabatte investiert werden kann.

Händler dürfen zudem Wys-Token kaufen, um eine gewünschte Zielgruppe genauer anzusprechen. Der Start der App soll bereits zuvor durch einen am 1. November beginnenden Token Sale finanziert werden. Zum Ende des Jahres lässt sich die Anwendung dann auf iOS- und Android-Geräte herunterladen – wenn alles nach Plan läuft. Schließlich muss die Idee sowohl von potentiellen Investoren als auch von den Endkunden erst einmal angenommen werden.

An Visionen mangelt es dem Gründer Tobias Haag trotz des hohen Risikos zumindest nicht: Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ bezeichnete er Amazon und Google bereits als „etwas alte Liga“.

Blockchain als Bonusprogramm

Die in Singapur angesiedelte GAT Foundation möchte Blockchains dagegen dazu nutzen, ein übergreifendes „Multiversum“ aufzubauen, in dem Einzelhändler eigene Kryptowährungen ausgeben können, in die Voucher, Wertspeicherkarten oder bisherige Bonuspunkte direkt einfließen. Bei Gatcoin handelt es sich nicht um ein abgeschlossenes System, weshalb sich die Währungen auch in die anderer teilnehmender Unternehmen umwandeln lassen. Sie können zudem für Produkte ausgegeben oder in bar ausgezahlt werden. Das System soll 2018 in Japan mit mehr als 60.000 Einzelhandels- und Onlineshopping-Outlets starten.

"Gatcoin erfindet eine Zukunft, in der jeder Konsument Kryptowährungen für seine täglichen Einkäufe verwenden kann", erläutert Gründer und CEO Simon Cheong. "In dieser Zukunft werden weltweite Franchisen auf Blockchain aufbauende Kryptowährungen unter ihrer Kontrolle und mit ihren eigenen Marken verwenden, um das Kundenerlebnis zu verbessern, die Kundenbindung zu stärken und wertvolle Daten zu sammeln."

Schulung und Anwendungsanalyse

Lufthansa Industry Solutions will dagegen teils erst noch herausfinden, wofür sich die Technologie alles einsetzen lässt und hat deshalb das Blockchain Lab gegründet. Dort arbeiten Blockchain-Experten mit Branchenkennern, Designspezialisten und Entwicklern zusammen, um Use Cases und mögliche Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das Team wird dabei je nach Aufgabenstellung individuell zusammengestellt. Zudem bietet die Lufthansa-Tochter eine Schulung an, in der die technische Funktionsweise von Blockchain so verständlich erläutert wird, dass Teilnehmer im Anschluss mögliche Einsatzszenarien identifizieren und bewerten können. Denkbar sind beispielsweise das sichere Tracken wertvoller Güter oder die Verifizierung von Originalteilen.


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