24.09.2014 - 12:25

Beacons: zwischen Werbung und werthaltigen Informationen

Im BASE_camp in Berlin ging eine Diskussionsrunde den drängendsten Fragen zur iBeacon-Technologie auf den Grund. Das Ergebnis: Beacons werden massive Auswirkungen auf bestehende Wertschöpfungsketten in allen Branchen haben.

Die Diskussionsrunde, die auf Einladung der Kanzlei Schürmann Wolschendorf Dreyer zusammen fand, war sicher: Die Entwicklungen stehen noch am Anfang - insbesondere die Befürchtungen hinsichtlich möglicher Gefahren für die Privatsphäre und den Datenschutz sind bei Unternehmen groß und zeigen, dass noch ein erheblicher Informations- und Klärungsbedarf in Sachen Beacons besteht.

An der eineinhalbstündigen Podiumsdiskussion, die vom Vorsitzenden der Location Based Marketing Association (LBMA) Carsten Szameitat geleitet wurde, nahmen gut 60 Gäste teil. Sie lauschten den Ausführungen von Alexander Oelling (Founder und CEO der Sensorberg GmbH), Marco Massier (Abteilungsleiter Mobile, Sparkassen-Finanzportal), Kathrin Schürmann (Rechtsanwältin Schürmann Wolschendorf Dreyer), Frederick Richter, Vorsitzender der Stiftung Datenschutz und Dr. Florian Resatsch (Geschäftsführer bei Störer Mobile Media).

Beginn einer weitreichenden Entwicklung

Die Diskutanten waren geschlossen der Meinung, dass sich die iBeacon-Technologie am Anfang einer weitreichenden Entwicklung befindet, die sich durch besonders kurze Entwicklungszeiten auszeichnet. Die wichtige Frage des Datenschutzes sei dabei vergleichbar mit anderen Ortungs-Anwendungen, wie etwa GPS. Dennoch bedarf die Genauigkeit der Standortbestimmung besonderer Beachtung. Nichtsdestotrotz sei dies eine gut lösbare Aufgabe.

Eine Momentaufnahme zeigte zudem, dass geschlossene Systeme schon heute gut funktionieren. Dabei eignen sie sich besonders zur zielgruppengerichteten Ansprache im Kundendialog. Zu beachten seien dabei allerdings die Häufigkeit der Meldungen und deren Relevanz – ein Punkt der nicht nur der juristischen Klärung bedarf sondern der sich vor allem auch an der User-Akzeptanz orientieren wird. Letzten Endes, so hieß es auf dem Podium, befindet sich der Beacon derzeit in einem Zwiespalt zwischen Werbung auf der einen und werthaltigen Informationen auf der anderen Seite. Daher stehe auch die Relevanz im Vordergrund der weiteren Entwicklung.

Sorgen machten sich die Teilnehmer allerdings keine, dass iBeacon als reine Werbeschleuder wieder in der Versenkung verschwinden werde. Die Experten zeigten sich einig, dass es sich bei der Technologie um keine Eintagsfliege handelt. Sie sei viel mehr als nur ein Hype und entwickle sich zu einem neuen Kanal weiter, der mit ortsbezogenen Informationen und Hinweisen die aktive Suche in und Nutzung von digitalen Medien ablösen wird. Massive Auswirkungen auf bestehende Wertschöpfungsketten seien somit unumgänglich, und das in sämtlichen Branchen.


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Ressort: Location Based Services
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